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Two motorcyclists enjoy a scenic ride in Gaustatoppen, Telemark, Norway's stunning landscape.Photo: Barnabas Davoti / Pexels / Pexels License

Norwegen — Norwegische Fjorde

Norwegen mit dem Motorrad: Trollstigen, Geiranger und die Atlantikstraße

rund 420 kmAnspruchsvoll

Höhepunkte

  • Der Trollstigen: elf Kehren eine fast senkrechte Talwand hinauf, neben dem Wasserfall Stigfossen
  • Die Adlerstraße (Ørnevegen): elf Kehren hinunter zum Geirangerfjord
  • Dalsnibba: eine Mautstraße zu einem Aussichtspunkt auf rund 1.500 m über Geiranger
  • Die Atlantikstraße: 8,3 km über Inseln und Brücken im offenen Meer
  • Kurze Saison: Den Trollstigen haben Felsstürze in den letzten Jahren wiederholt gesperrt

Norwegen ist für viele deutsche Motorradfahrer die große Reise, die man einmal im Leben machen will. Und für die meisten steht ein Stück Straße ganz oben auf der Liste: die Landstraße 63 von Åndalsnes über den Trollstigen und die Adlerstraße hinunter nach Geiranger. Auf weniger als hundert Kilometern stecken zwei der berühmtesten Kehrenfolgen Europas, eine Fähre über einen Fjord und eine kahle Hochebene. Dazu ein Tag auf der Atlantikstraße, wo die Fahrbahn auf flachen Brücken von Insel zu Insel springt, und du hast den Kern einer Fjordreise.

Anreise

Die Anreise ist ein Teil des Abenteuers. Von Kiel fährt eine Nachtfähre nach Oslo, von Hirtshals in Dänemark gehen Fähren nach Kristiansand, Stavanger und Bergen. Von Oslo bis Åndalsnes ist es über die Berge ein langer Fahrtag, von Bergen fährst du durch die Fjorde nach Norden und machst daraus am besten zwei Tage. Plan für die Anreise realistisch: Norwegische Straßen sind langsam, Fähren fahren nach Fahrplan, und das Wetter entscheidet mehr als du.

Standort und Planung

Åndalsnes am Ende des Romsdalsfjords ist der natürliche Standort für Trollstigen und Atlantikstraße, Geiranger oder Valldal passen für den Süden. Plan mindestens drei Nächte in der Gegend ein. Motorräder sind in Norwegen in der Regel von der automatischen Straßenmaut befreit, zahlen aber auf Fähren und auf privaten Mautstraßen wie der zum Dalsnibba. Auf den Fähren der Hauptstrecken zahlst du mit Karte oder über AutoPASS, und Motorräder kommen oft schnell an Bord, auch wenn die Autos Schlange stehen.

Tag 1: Trollstigen, Fjordfähre und Adlerstraße (rund 100 km)

Åndalsnes auf die Trollstigen-Hochebene (rund 20 km). Du fährst nach Süden durch das Isterdalen, und plötzlich steigt vor dir die Straße die Talwand hinauf. Der Trollstigen, die Trollleiter, klettert in elf Kehren einen fast senkrechten Hang hinauf, mit dem Stigfossen, der direkt neben der Straße herunterdonnert. Die Kehren sind eng und die Straße schmal. Busse und Wohnmobile brauchen in den Kurven die ganze Breite, rechne also mit Warten. Oben gibt es ein Besucherzentrum und Stege zu Aussichtsplattformen über dem Abgrund. Komm früh am Morgen, bevor die Busse da sind.

Über die Hochebene nach Valldal und zur Fähre (rund 30 km). Die Straße quert eine kahle Hochfläche aus Fels und Schmelzwasserseen, oft mit Schneewänden am Rand bis weit in den Sommer, und fällt dann durch das Valldalen ab, bekannt für seine Erdbeerfelder, bis an den Fjord bei Valldal. Eine kurze Fähre bringt dich über den Norddalsfjord von Linge nach Eidsdal.

Über die Adlerstraße nach Geiranger (rund 30 km). Von Eidsdal steigt die Straße noch einmal über einen hohen Übergang, dann beginnt die Abfahrt zum Geirangerfjord. Das letzte Stück ist der Ørnevegen, die Adlerstraße: elf Kehren den steilen Hang hinunter bis ins Dorf Geiranger. An der obersten Kehre, der Ørnesvingen, gibt es eine Aussichtsplattform mit einem der klassischen Blicke auf den Fjord. Die Straße ist steil, also im kleinen Gang und mit Motorbremse hinunter.

Dalsnibba (rund 40 km hin und zurück). Von Geiranger steigt die Straße nach Süden Richtung Strynefjell, und eine private Mautstraße zweigt ab zum Dalsnibba, einem Aussichtspunkt auf rund 1.500 Metern, von dem du direkt auf Geiranger und den Fjord schaust. Bei klarem Wetter ist das der beste Blick der ganzen Reise. Die Mautstraße hat eigene Saison und Gebühren, prüf beides vorher.

Tag 2: Die Atlantikstraße (rund 250 km)

Åndalsnes nach Molde (rund 70 km). Von Åndalsnes fährst du nach Westen am Romsdalsfjord entlang Richtung Molde, je nach Route mit einer Fähre oder einem längeren Weg um den Fjord. Beides ist schön. Über Molde, der Stadt der Rosen, liegt der Aussichtspunkt Varden.

Molde zur Atlantikstraße (rund 50 km). Nach Nordwesten geht es an die Küste bei Vevang. Die Atlantikstraße, Teil der Landstraße 64, läuft 8,3 Kilometer über eine Kette kleiner Inseln und Schären nach Averøy, verbunden durch acht Brücken. Am bekanntesten ist die Storseisundbrücke, die so steil ansteigt und sich dreht, dass sie aus manchen Blickwinkeln mitten in der Luft zu enden scheint. Die Fahrt dauert zehn Minuten, also fahr sie zweimal, und halt an den Parkplätzen, um auf die Felsen zu gehen.

Rückweg (rund 130 km). Über die Küstenstraßen um Averøy zurück Richtung Molde und Åndalsnes, oder weiter nach Kristiansund durch einen Unterwassertunnel und im Bogen durchs Inland zurück.

Saison und Sperrungen

Trollstigen und die Hochebene nach Valldal sind im Winter gesperrt, meist vom Herbst bis zum späten Frühjahr, und der Öffnungstermin hängt vom Schnee ab. In den letzten Jahren war die Straße außerdem wegen Felsstürzen und der Sicherungsarbeiten an den Hängen darüber lange gesperrt, in einem Jahr bis weit in den Sommer hinein. Bevor du deine Reise um den Trollstigen herum planst, prüf den aktuellen Stand bei der norwegischen Straßenverwaltung Statens vegvesen und auf der Seite der Nationalen Touristenstraßen. Die Atlantikstraße ist ganzjährig offen, kann bei schwerem Sturm aber kurz gesperrt werden.

Was du über die Straßen wissen solltest

  • Breite: Norwegische Straßen sind schmal, oft ohne Mittellinie, und im Sommer voller Wohnmobile, Busse und Radfahrer.
  • Tunnel: Es gibt viele, manche lang und unbeleuchtet, und drinnen ist es auch an heißen Tagen kalt und oft nass.
  • Belag: Meist gut, aber mit Frostaufbrüchen und geflickten Stellen. Schafe und Ziegen laufen auf die Bergstraßen.
  • Tempo: Die Limits sind niedrig, meist 80 km/h auf Landstraßen und oft weniger, und die Bußgelder gehören zu den höchsten in Europa. Halt dich an die Schilder.

Wann fahren?

Von Juni bis Anfang September. Der Juni bringt lange, helle Abende und Schneewände auf den Hochebenen, Juli und August sind am wärmsten und vollsten, Anfang September ist ruhiger, mit den ersten Herbstfarben oben. Rechne immer mit Regen an einigen Tagen, und pack richtiges Regenzeug und warme Schichten ein. Auf der Trollstigen-Hochebene kann es auch im Juli nahe null Grad sein. Unser Ratgeber zu Regenfahrt und Trocknen hilft dir, die Ausrüstung über Nacht trocken zu bekommen.

Für wen ist die Tour?

Für Fahrer mit Erfahrung in engen Kehren. Trollstigen und Adlerstraße sind kurz, aber eng und steil, und der Gegenverkehr mit Bussen und Wohnmobilen macht sie anspruchsvoll. Dazu kommen Nässe, Kälte und lange Tunnel. Mit Sozius geht alles, aber ein leichtes Motorrad macht die Kehren entspannter.

Kombinieren

Wer mehr Zeit hat, verbindet die Fjorde mit dem Sognefjell und dem Hardangerfjord weiter im Süden oder fährt über die Berge zurück nach Oslo. Alles über Maut, Fähren und Regeln steht im Motorradurlaub in Norwegen, und zum Packen hilft unsere Packliste für die Motorradreise.

Übernachten

Åndalsnes deckt Trollstigen und Atlantikstraße ab, Valldal und Geiranger passen für den Süden. Geiranger ist im Sommer voll und teuer, wenn Kreuzfahrtschiffe im Fjord liegen. Für Juli und August früh buchen, und auf eine überdachte Abstellmöglichkeit und einen Platz zum Trocknen achten.

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