Photo: Wolfgang Weiser / Pexels / Pexels LicenseDeutschland — Erzgebirge
Motorradtour Erzgebirge und Sächsische Schweiz: vom Fichtelberg zur Bastei
Höhepunkte
- Oberwiesenthal am Fichtelberg, mit 1.215 m der höchste Berg Sachsens
- Die Kammstraßen entlang der tschechischen Grenze
- Seiffen, das Spielzeugdorf, und Altenberg auf der Höhe
- Das Müglitztal von Glashütte hinunter an die Elbe
- Bastei, Hohnstein, Kirnitzschtal und die Festung Königstein
Erzgebirge und Sächsische Schweiz liegen nebeneinander an der Grenze zu Tschechien und könnten doch kaum verschiedener sein. Das Erzgebirge ist ein langer Rücken mit Bergbaustädten, Holzhandwerk und Kammstraßen, auf denen du kilometerweit über die Höhe fährst. Die Sächsische Schweiz ist ein Labyrinth aus Sandsteinfelsen, Schluchten und Tafelbergen am Ufer der Elbe. Diese Tour verbindet beides in zwei Tagen, zusammen rund 280 Kilometer von Annaberg-Buchholz bis Bad Schandau und Pirna.
Für Fahrer aus dem Westen ist die Region noch immer ein Geheimtipp. Die Straßen sind oft neu asphaltiert, die Pensionen günstig, und auf dem Kamm ist unter der Woche wenig los.
Anreise
Aus dem Westen kommst du über die A4 nach Chemnitz und weiter nach Süden ins Erzgebirge, aus Bayern über die A72 aus Richtung Hof. Aus Berlin ist es über die A13 und Dresden am kürzesten zur Sächsischen Schweiz, dann fährst du die Tour einfach andersherum. Zwischen Chemnitz und Dresden verbindet die A4 beide Enden, so kommst du am Schluss schnell zurück.
Tag 1: Über das Erzgebirge (rund 150 km)
Annaberg-Buchholz nach Oberwiesenthal (rund 25 km). Annaberg-Buchholz ist eine alte Silberstadt mit der spätgotischen St. Annenkirche. Nach Süden steigt die Straße stetig an bis Oberwiesenthal, dem höchstgelegenen Städtchen Deutschlands. Darüber erhebt sich der Fichtelberg, mit 1.215 Metern der höchste Berg Sachsens, und gleich hinter der Grenze der tschechische Keilberg, der noch ein Stück höher ist.
Auf dem Kamm nach Osten (rund 50 km). Von Oberwiesenthal fährst du über Bärenstein und Jöhstadt nach Osten, immer in der Nähe der Grenze. Die Straßen laufen über offene Höhen mit Fichtenwald, Wiesen und weiten Blicken nach Böhmen. Über Marienberg und durch das Tal der Flöha geht es nach Olbernhau.
Seiffen und weiter nach Altenberg (rund 50 km). Seiffen ist das Spielzeugdorf des Erzgebirges, mit Werkstätten, in denen Nussknacker und Räuchermänner gedrechselt werden, und einer runden Barockkirche. Danach geht es über die Höhen weiter nach Osten bis Altenberg, einem Wintersportort mit Bobbahn auf rund 750 Metern. Hier oben ist es oft windig und kühl, auch wenn in Dresden die Sonne scheint.
Durch das Müglitztal an die Elbe (rund 30 km). Von Altenberg rollst du hinunter durch das Müglitztal über Glashütte, die Stadt der Uhrmacher, bis Heidenau an der Elbe. Das Tal ist eng und kurvig, mit Fluss, Bahn und Felsen dicht an der Straße, ein schöner Abschluss für den ersten Tag. Übernachten kannst du in Pirna oder schon in der Sächsischen Schweiz.
Tag 2: Sächsische Schweiz (rund 130 km)
Pirna zur Bastei (rund 25 km). Von Pirna fährst du über Lohmen hinauf zur Bastei. Vom Parkplatz gehst du zu Fuß zu den Felsen und zur Basteibrücke, mit dem Blick, der die Sächsische Schweiz berühmt gemacht hat: Felstürme über einer großen Elbschleife. Am Wochenende sind die Parkplätze früh voll, also lieber zeitig da sein.
Hohnstein und Bad Schandau (rund 30 km). Weiter geht es nach Hohnstein mit seiner Burg auf dem Felsen. Achtung: Die S165 bei Hohnstein ist auf einem Abschnitt an Wochenenden und Feiertagen für Motorräder gesperrt, die Umleitung führt durch das Polenztal. Prüf vor der Tour beim Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, was gerade gilt. Über die Höhen geht es dann hinunter nach Bad Schandau an der Elbe.
Das Kirnitzschtal (rund 30 km hin und zurück). Von Bad Schandau führt eine schmale Straße durch das Kirnitzschtal bis zum Lichtenhainer Wasserfall. Auf derselben Straße fährt die Kirnitzschtalbahn, eine alte Straßenbahn, also genug Abstand halten und auf die Schienen achten, besonders bei Nässe. Links und rechts stehen Sandsteinwände im Wald, ein ganz eigenes Gefühl.
Königstein und zurück nach Pirna (rund 45 km). Zurück an der Elbe fährst du flussabwärts nach Königstein. Über dem Ort thront die Festung Königstein auf ihrem Tafelberg, eine der größten Bergfestungen Europas. Über die Höhen auf der linken Elbseite geht es zurück nach Pirna, mit Blick auf Lilienstein und Pfaffenstein.
Was du über die Straßen wissen solltest
- Belag: Viele Straßen sind gut, einige Kammstraßen haben Frostschäden, besonders nach harten Wintern.
- Wetter: Das Erzgebirge hat ein raues Klima. Auf dem Kamm ist es oft neblig und mehrere Grad kühler als im Tal.
- Tschechien: Wer auf die andere Seite fährt, beachtet die dortigen Regeln: null Promille und Licht auch am Tag. Prüf die aktuellen Vorschriften beim ADAC oder bei den tschechischen Behörden.
- Verkehr: In der Sächsischen Schweiz sind am Wochenende viele Wanderer, Kletterer und Ausflügler unterwegs, die Täler sind eng.
Wann fahren?
Von Mai bis Oktober. Auf dem Kamm des Erzgebirges kann bis in den Mai Schnee liegen, und der Winter kommt früh. Im Sommer ist das Erzgebirge angenehm kühl, die Sächsische Schweiz im Herbst am schönsten, wenn sich der Wald zwischen den Felsen färbt.
Für wen ist die Tour?
Für alle, die neue Gegenden entdecken wollen. Die Kammstraßen sind leicht, das Müglitztal und das Kirnitzschtal eng und kurvig, aber nicht schwierig. Mit Sozius gut machbar, und mit den vielen Sehenswürdigkeiten auch für Mitfahrer abwechslungsreich. Die Bastei, Seiffen und die Festung Königstein sind so unterschiedlich, dass auf dieser Tour keine Pause der anderen gleicht.
Verlängern
Mit einem dritten Tag lohnt die tschechische Seite: das Böhmische Mittelgebirge und die Böhmische Schweiz rund um Hřensko sind gleich gegenüber. Oder du fährst nach Westen über das Vogtland in den Thüringer Wald, eine perfekte Verbindung für eine längere Reise durch die Mitte Deutschlands. Auch der Harz ist von Chemnitz in gut zweieinhalb Stunden erreichbar.
Gut zu wissen
- Pausen: Die Altstadt von Annaberg-Buchholz, Oberwiesenthal, die Werkstätten in Seiffen, das Uhrenmuseum in Glashütte, die Bastei und die Festung Königstein.
- Bergbau: Das Erzgebirge ist UNESCO-Welterbe als Montanregion. Besucherbergwerke wie in Annaberg-Buchholz sind ein guter Plan für einen Regentag.
- Tanken: In den Städten kein Problem, auf dem Kamm und in den Tälern der Sächsischen Schweiz sind die Tankstellen dünn gesät.
- Leise fahren: Die Sächsische Schweiz ist Nationalpark. Ruhige Fahrweise in den engen Tälern hilft, dass nicht mehr Strecken gesperrt werden.
Übernachten
Annaberg-Buchholz und Oberwiesenthal liegen gut für das Erzgebirge, Altenberg für den Osten des Kamms, Pirna, Bad Schandau und Königstein für die Sächsische Schweiz. Motorradfreundliche Unterkünfte findest du in der Übersicht der Motorradhotels in Deutschland, und wer weiter nach Westen fährt, bei den Motorradhotels im Harz.
Unterkünfte an der Strecke
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