Photo: Philipp Fahlbusch / Pexels / Pexels LicenseDeutschland — Eifel
Motorradtouren Eifel: Nürburgring, Ahrtal und Vulkaneifel an einem Tag
Höhepunkte
- Nürburgring: Landstraßen rund um die Nordschleife, Motorradtrainings auf der Strecke
- Adenau, das Bikerstädtchen am Fuß der Nordschleife
- Ahrtal mit Weinbergen und Burgruinen zwischen Altenahr und Dernau
- Hohe Acht, mit gut 740 m der höchste Berg der Eifel
- Die Dauner Maare: Gemündener, Weinfelder und Schalkenmehrener Maar
Die Eifel ist für Rheinländer, Holländer und Belgier das, was der Harz für Norddeutschland ist: das Revier vor der Haustür. Dazu kommt ein Magnet, den kein anderes Mittelgebirge hat, die Nordschleife des Nürburgrings. Die eigentlichen Stars für Motorradfahrer sind aber die Straßen drumherum: Hier findest du einige der besten Landstraßen Westdeutschlands: gut ausgebaut, kurvig, mit wenig Lkw-Verkehr. Diese Runde von rund 200 Kilometern startet in Adenau und verbindet Ring, Ahrtal und Vulkaneifel.
Nürburgring: was für Motorräder offen ist
Die Nordschleife ist rund 21 Kilometer lang, hat über 70 Kurven und gilt als eine der schwierigsten Rennstrecken der Welt. Bei den Touristenfahrten, bei denen Privatleute mit ihrem Auto Runden kaufen, sind Motorräder derzeit ausgeschlossen. Der Betreiber nennt dafür Sicherheitsgründe. Ganz verzichten musst du trotzdem nicht: Für Motorräder gibt es geführte Trainings auf der Nordschleife und eigene Termine auf der Grand-Prix-Strecke. Welche Angebote es gerade gibt, was sie kosten und wie du dich anmeldest, steht auf der offiziellen Seite nuerburgring.de. Prüf die Regeln dort vor jeder Planung, sie können sich ändern.
Wer ein Training bucht, fährt in Gruppen mit Instruktoren, lernt die Linie Abschnitt für Abschnitt und hat die Strecke ohne Autoverkehr. Für viele ist das ohnehin der bessere Weg auf den Ring: Die Nordschleife ist kein Ort, um seine Grenzen allein auszuloten. Und wenn du nur zum Schauen kommst: Von den Zuschauerplätzen wie dem Brünnchen oder dem Pflanzgarten siehst du die Autos aus nächster Nähe, und die Straßen drumherum lohnen die Anreise allein.
Die Runde
Adenau und Nürburg (rund 15 km). Adenau ist das Basislager. Im Ort gibt es Bikerkneipen, Werkstätten und viele Unterkünfte, die auf Ring-Besucher eingestellt sind. Ein kurzer Abstecher hinauf nach Nürburg mit der Burgruine zeigt dir die Strecke von oben, rund um den Ort führen mehrere Landstraßen am Ring entlang.
Adenau ins Ahrtal (rund 30 km). Von Adenau geht es auf der B257 nach Norden Richtung Ahr. Ab Dümpelfeld folgst du dem Fluss durch das Tal Richtung Altenahr. Hier wechseln sich enge Kurven, Weinberge und Felsen ab, darüber thronen Burgruinen wie die Burg Are. Das Ahrtal ist das nördlichste große Rotweingebiet Deutschlands. Rechne in den Orten mit Baustellen, Ampeln und engen Ortsdurchfahrten.
Ahrtal, Hohe Acht, Kelberg (rund 45 km). Aus dem Tal steigst du wieder auf das Plateau, vorbei an der Hohen Acht, dem höchsten Berg der Eifel. Die Straßen rund um Kaltenborn und Kelberg sind breit, gut asphaltiert und schwingen in langen Bögen durch Felder und Wald, ideales Terrain für flüssiges Fahren.
Kelberg, Daun, Maare (rund 35 km). Weiter nach Süden erreichst du Daun und die Vulkaneifel. Die Maare sind kreisrunde Vulkanseen in alten Kratern, das Gemündener, das Weinfelder und das Schalkenmehrener Maar liegen dicht beieinander. Etwas westlich bei Manderscheid liegt das Meerfelder Maar. Die Straßen sind klein und ruhig, ein starker Kontrast zum Trubel am Ring.
Daun, Hillesheim, Blankenheim, zurück nach Adenau (rund 75 km). Über Hillesheim geht es nach Blankenheim, wo die Ahr mitten im Ort aus einer Quelle entspringt. Die Nebenstraßen zwischen Blankenheim und dem oberen Ahrtal gehören zu den schönsten der Eifel: rollende Kuppen, Waldstücke, kaum Verkehr. Über die B258 kommst du am Ring vorbei zurück nach Adenau.
Straßen, Regeln, Rücksicht
- Kontrollen: Rund um den Ring und auf den bekannten Zufahrtsstrecken stehen häufig Blitzer und mobile Kontrollen. Die Landstraße ist keine Rennstrecke.
- Streckensperrungen: In der Eifel gibt es einzelne Strecken mit Fahrverboten für Motorräder an Wochenenden, etwa in der Nordeifel rund um den Rursee. Achte auf die Schilder und prüf vor der Tour die Hinweise der zuständigen Kreise.
- Ring-Wochenenden: Bei großen Rennen, etwa dem 24-Stunden-Rennen, sind die Straßen rund um Nürburg und Adenau voll und viele Unterkünfte lange vorher ausgebucht.
- Wetter: Die Hochfläche ist windig und deutlich kühler als das Rheintal. Regenkombi gehört ins Gepäck.
Wann fahren?
Von April bis Oktober. Im Frühjahr und Herbst sind die Straßen ruhiger als im Hochsommer. Der Oktober bringt goldene Buchenwälder und die Weinlese im Ahrtal. Im Winter wird es auf der Hochfläche schnell glatt, und die Nordschleife hat dann ohnehin nur selten geöffnet.
Kombinieren
Von Adenau bis an die Mosel bei Cochem ist es keine Stunde, ein perfektes Paar für ein langes Wochenende: ein Tag Ring und Eifel, ein Tag Weinberge und Flusskurven. Nach Westen sind die belgischen Ardennen rund um Spa und das Ourtal nah. Und wer weiter nach Osten will, ist in gut zwei Stunden im Sauerland.
Anreise in die Eifel
Aus Köln und Bonn bist du über die A61 oder die B257 durch das Ahrtal in gut einer Stunde in Adenau. Aus dem Ruhrgebiet geht es über die A1 bis Blankenheim, dann über Landstraßen zum Ring. Aus Frankfurt führt der Weg über die A3 und Koblenz, und wer von Süden kommt, verbindet die Anreise am besten mit der Mosel. Aus den Niederlanden und Belgien ist die Eifel das nächste richtige Mittelgebirge und über Aachen und Monschau gut erreichbar.
Zweite Tagesrunde: Nordeifel und Rursee
Wer mehrere Tage bleibt, fährt am zweiten Tag in die Nordeifel. Über Blankenheim und Schleiden geht es zum Rursee und nach Monschau mit seiner Altstadt aus Fachwerk und Schiefer im engen Tal der Rur. Die Straßen hier sind kleiner und waldiger, mit vielen Kurven und schönen Ausblicken über die Stauseen. Achtung: Gerade rund um den Rursee gibt es Strecken mit Fahrverboten für Motorräder an Wochenenden. Prüf die Beschilderung und plan Umwege ein.
Für wen ist die Tour?
Die Eifelstraßen sind breit, gut ausgebaut und eignen sich für fast alle Fahrer. Das Ahrtal ist enger und durch die Orte langsamer, die Strecken um Kelberg und Daun dagegen sind flott und übersichtlich. Der Ring selbst ist ein eigenes Thema: Wer auf die Strecke will, bucht ein Motorradtraining oder einen Termin auf der Grand-Prix-Strecke und kommt mit einem Motorrad in gutem technischem Zustand. Die Landstraßen drumherum sind dagegen für jeden fahrbar, auch mit Sozius und Gepäck.
Gut zu wissen
- Pausen: Adenau, die Burgruinen im Ahrtal, die Maare bei Daun und Blankenheim an der Ahrquelle.
- Tanken: Rund um den Ring gibt es mehrere Tankstellen, an Renn- und Veranstaltungstagen sind sie aber stark belagert.
- Technik: Wer ein Streckentraining bucht, prüft vorher Reifen, Bremsbeläge und Kette. Die Veranstalter nennen ihre technischen Vorgaben bei der Anmeldung.
Übernachten in der Eifel
Adenau, Nürburg und die Dörfer rund um den Ring haben die meisten Unterkünfte für Motorradfahrer, viele mit Garage und Schrauberplatz. Ruhiger schläfst du in der Vulkaneifel rund um Daun oder im Ahrtal. Alle Häuser mit Karte findest du bei den Motorradhotels in der Eifel.
Unterkünfte an der Strecke
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