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Captivating view of the Hochtor Tunnel entrance in Kärnten, Austria, framed by alpine stonework.Photo: Alan Kabeš / Pexels / Pexels License

Österreich — Hohe Tauern

Großglockner mit dem Motorrad: Hochalpenstraße, Lienz und Felbertauern

rund 210 kmMittel

Höhepunkte

  • Großglockner-Hochalpenstraße: 48 km und 36 Kehren von Fusch nach Heiligenblut
  • Hochtor auf 2.504 m, der höchste Punkt der Durchfahrt
  • Edelweißspitze auf 2.571 m über eine kurze, gepflasterte Stichstraße
  • Kaiser-Franz-Josefs-Höhe mit Blick auf Großglockner und Pasterze
  • Rückweg über Iselsberg, Lienz und den Felbertauerntunnel

Für viele deutsche Motorradfahrer ist der Großglockner der erste große Alpenpass, und das hat gute Gründe. Von München bist du in rund drei Stunden in Zell am See, die Straße ist breit, bestens ausgebaut und so gut gesichert wie kaum ein anderer Pass. Trotzdem ist sie spektakulär: 36 Kehren, über 2.500 Meter Höhe und der Blick auf den höchsten Berg Österreichs. Diese Runde von rund 210 Kilometern fährt die Hochalpenstraße von Nord nach Süd und kehrt über Osttirol und den Felbertauern zurück.

Ein Wort zur Geschichte: Die Hochalpenstraße wurde in den 1930er-Jahren in wenigen Jahren gebaut, vor allem für den Tourismus und als Arbeitsbeschaffung. Bis heute ist sie eine Ausflugsstraße und keine Transitroute, und genau das merkst du: Die Kehren sind zum Schauen gebaut, nicht zum Durchrasen. Plan die Tour deshalb großzügig, mit Zeit für die Aussichtspunkte.

Anreise aus Deutschland

Aus Bayern gibt es zwei klassische Wege. Über die A8 nach Salzburg und dann durch das Salzachtal, oder schöner über Lofer und Saalfelden nach Zell am See, ab Bad Reichenhall oder Berchtesgaden fast nur Landstraße. Für österreichische Autobahnen und Schnellstraßen brauchst du eine Vignette, die es auch digital gibt. Prüf die aktuellen Regeln und Preise bei der ASFINAG. Wer von der Deutschen Alpenstraße kommt, ist von Berchtesgaden aus schnell da.

Die Hochalpenstraße

Von Zell am See fährst du nach Bruck und weiter nach Fusch. An der Mautstelle Ferleiten bezahlst du die Durchfahrt, dann beginnt der Aufstieg: durch Wald, über Almwiesen und schließlich durch nackten Fels. Die Straße ist von Fusch bis Heiligenblut 48 Kilometer lang und hat 36 Kehren, alle breit und gut einsehbar.

Kurz vor dem Fuscher Törl zweigt die Stichstraße zur Edelweißspitze ab. Sie ist kurz, steil und gepflastert, oben auf 2.571 Metern stehst du auf dem höchsten erreichbaren Punkt der Straße, mit einem Rundblick auf Dutzende Dreitausender. Mit schwerem Tourer und Sozius ist das Kopfsteinpflaster in den engen Kehren eine kleine Prüfung, aber machbar.

Zurück auf der Hauptstraße geht es über das Fuscher Törl, an der Fuscher Lacke vorbei und durch den kurzen Tunnel am Hochtor, mit 2.504 Metern der höchste Punkt der Durchfahrt und die Grenze zwischen Salzburg und Kärnten. Auf der Südseite lohnt die Stichstraße zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe. Sie endet an einem großen Besucherzentrum gegenüber dem Großglockner und über der Pasterze, dem längsten Gletscher Österreichs. Für Motorräder gibt es dort eigene Parkplätze. Danach geht es in langen Kehren hinunter nach Heiligenblut mit seiner Kirche vor dem Glockner, dem klassischen Foto der Strecke.

Der Rückweg: Lienz und Felbertauern

Von Heiligenblut folgst du dem Mölltal nach Winklern und fährst über den Iselsberg nach Osttirol hinunter. Lienz ist ein guter Ort für ein spätes Mittagessen. Durch das Iseltal geht es über Matrei in Osttirol zum Felbertauerntunnel, einem mautpflichtigen Tunnel von gut fünf Kilometern unter dem Hauptkamm. Du kommst oberhalb von Mittersill im Salzachtal heraus, und der Rest bis Zell am See ist entspannte Talfahrt.

Maut, Zeiten und Wetter

  • Maut: Die Hochalpenstraße kostet Maut pro Motorrad, der Felbertauerntunnel extra. Die aktuellen Preise stehen auf den offiziellen Seiten der Betreiber. Online-Tickets sparen am Wochenende Wartezeit.
  • Öffnungszeiten: Die Straße ist nachts geschlossen. Prüf die Fahrzeiten, wenn du sehr früh oder spät fahren willst.
  • Wetter: Am Hochtor ist es oft 15 Grad kälter als in Zell am See, und das Wetter kann innerhalb einer Stunde von Sonne auf Graupel umschlagen. Warme Schicht und Regenkombi gehören ins Gepäck.
  • Verkehr: Reisebusse, Wohnmobile und viele Radfahrer, dazu Murmeltiere am Straßenrand. Im Juli und August am besten früh am Morgen oder am späten Nachmittag fahren.
  • Tanken: Auf der Passstraße selbst gibt es keine Tankstelle. Voll tanken in Bruck oder Fusch.

Wann fahren?

Die Hochalpenstraße öffnet meist Anfang Mai und schließt Ende Oktober oder Anfang November, je nach Schnee. Verlässlich ist das Fenster von Juni bis September. Unter der Woche ist es deutlich ruhiger. Im Frühsommer stehen oben noch meterhohe Schneewände neben der Straße, ein Erlebnis für sich.

Weitere Strecken in der Nähe

  • Gerlos Alpenstraße: Die mautpflichtige Strecke von Mittersill über den Gerlospass ins Zillertal, mit Blick auf die Krimmler Wasserfälle.
  • Nockalmstraße: In Kärnten, südöstlich vom Glockner, eine kurvige Mautstraße durch sanfte Almen.
  • Osttirol und Kärnten: Von Lienz geht es über das Pustertal schnell nach Südtirol und in die Dolomiten.

Für wen ist die Tour?

Der Großglockner ist der perfekte Einstieg in die Hochalpen. Die Straße ist breit, die Kehren sind großzügig und mit Leitplanken gesichert, der Asphalt ist ausgezeichnet. Auch mit Sozius und Gepäck ist sie entspannt fahrbar. Die einzige echte Herausforderung ist die Stichstraße zur Edelweißspitze mit ihrem Kopfsteinpflaster in engen Kehren. Wer sich dort unsicher fühlt, lässt sie aus und genießt die Aussicht vom Fuscher Törl.

Wie viele Tage?

Die Runde passt in einen Tag, wenn du früh startest. Viele Fahrer nehmen sich zwei Tage: am ersten die Hochalpenstraße mit allen Stichstraßen und Aussichtspunkten in Ruhe, Übernachtung in Heiligenblut oder Lienz, am zweiten Tag Osttirol und der Felbertauern zurück. Mit einem dritten Tag lohnt sich die Gerlos Alpenstraße oder ein Abstecher nach Kärnten.

Fahren in Österreich: das Wichtigste

  • Vignette: Pflicht auf Autobahnen und Schnellstraßen, nicht auf normalen Landstraßen. Für einige Strecken wie den Felbertauerntunnel gibt es eine eigene Maut.
  • Licht: Für Motorräder gilt in Österreich Lichtpflicht auch am Tag.
  • Lärm: Einige Bundesländer, vor allem Tirol, haben Fahrverbote für besonders laute Motorräder auf bestimmten Strecken eingeführt. Prüf die aktuellen Regeln vor der Tour.
  • Kontrollen: Die österreichische Polizei kontrolliert regelmäßig auf den Passstraßen, die Strafen für Raser sind hoch.

Unterwegs anhalten

Lohnende Stopps sind das Haus Alpine Naturschau auf der Nordrampe, die Fuscher Lacke, die Edelweißspitze, das Hochtor und die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe. Für alle gibt es Parkplätze, die an Sommerwochenenden aber ab dem späten Vormittag voll sind. Plan zwei bis drei Stunden für die Hochalpenstraße allein ein, wenn du anhalten und schauen willst.

Übernachten am Großglockner

Zell am See, Kaprun, Fusch und Bruck sind die Standorte auf der Nordseite, Heiligenblut auf der Südseite, und Lienz in Osttirol ist ideal, wenn du die Tour als Etappe Richtung Süden fährst. Unterkünfte findest du bei den Motorradhotels in Österreich und den Motorradhotels in Tirol.

Unterkünfte an der Strecke

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