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A winding road through picturesque mountain landscape under a clear blue sky.Photo: Alan Kabeš / Pexels / Pexels License

Österreich — Nockberge, Kärnten

Nockalmstraße mit dem Motorrad: 52 Kehren durch die Nockberge

rund 130 kmMittel

Höhepunkte

  • Die Nockalmstraße: rund 34 km und 52 Kehren zwischen Innerkrems und Ebene Reichenau
  • Eisentalhöhe (2.042 m) und Schiestelscharte (2.024 m)
  • Runde Grasberge im Biosphärenpark Nockberge
  • Der Millstätter See auf dem Rückweg
  • Abstecher zur Turracher Höhe und zur Malta-Hochalmstraße

Die Nockberge in Oberkärnten sehen anders aus als der Rest der österreichischen Alpen. Statt schroffer Felsen und Gletscher gibt es runde, grasbewachsene Gipfel, Lärchenwald und weite Almen. Mitten hindurch führt die Nockalmstraße: eine Mautstraße von rund 34 Kilometern mit 52 Kehren, zwei Scheitelpunkten über 2.000 Metern und kaum einem Gebäude in Sicht. Sie ist eine Straße zum Fahren, nicht zum Ankommen, und der beste Grund, ein paar Tage im Kärntner Seenland zu bleiben.

Anreise und Standort

Aus Bayern ist der schnellste Weg die Tauernautobahn über Salzburg bis zur Ausfahrt Rennweg oder Gmünd. Für die Autobahn brauchst du die Vignette, und auf der A10 kostet der Abschnitt mit Tauern- und Katschbergtunnel zusätzlich Streckenmaut. Schöner, aber länger ist die Anreise über den Großglockner und durch das Mölltal. Die Nockalmstraße läuft von Nordwesten nach Südosten zwischen Innerkrems und Ebene Reichenau. Die beste Tagesrunde startet in Gmünd, dem kleinen ummauerten Städtchen am Eingang des Maltatals, oder in Bad Kleinkirchheim. Mit Pausen auf den Hütten und am See ist sie ein entspannter, voller Tag.

Die Runde

Gmünd nach Innerkrems (rund 25 km). Von Gmünd fährst du nach Norden durch das Liesertal nach Kremsbrücke und biegst dann nach Osten ins Kremstal ab, bis Innerkrems, einem kleinen Skiort, an dem die Mautstraße beginnt. Die Talstraße durch Wald und Wiesen ist ein sanfter Einstieg.

Innerkrems über die Schiestelscharte (rund 15 km). Hinter der nördlichen Mautstelle steigt die Straße in offenen Kehren zur Schiestelscharte auf 2.024 Metern. Die Kurven sind gut überhöht, und schnell öffnet sich der Blick über die grünen Kuppen. Im Mittelteil fällt die Straße zum Karlbad und zur Glockenhütte ab, bevor sie wieder steigt.

Über die Eisentalhöhe nach Ebene Reichenau (rund 20 km). Der zweite Anstieg führt zur Eisentalhöhe auf 2.042 Metern, dem höchsten Punkt der Straße. Eine Hütte hat eine Terrasse mit Blick auf den Alpenhauptkamm. Die Abfahrt nach Ebene Reichenau ist das schönste Stück: eine lange Folge von Kehren und verbundenen Kurven durch Lärchen und Fichten. Die Straße wurde in den 1980er-Jahren für Ausflügler gebaut, sie ist breit, gut asphaltiert und meist gut einsehbar.

Über Bad Kleinkirchheim an den Millstätter See (rund 40 km). Von Ebene Reichenau geht es nach Süden über Patergassen nach Bad Kleinkirchheim, einem Thermen- und Skiort, und weiter über Radenthein an das Nordufer des Millstätter Sees. Die Seestraße über Millstatt und Seeboden ist entspanntes Rollen mit vielen Gelegenheiten zum Baden oder für ein Eis.

Zurück nach Gmünd (rund 30 km). Von Seeboden fährst du nach Norden an Spittal an der Drau vorbei und durch das Liesertal zurück nach Gmünd.

Fahrtipps

Die Nockalmstraße belohnt einen runden, gleichmäßigen Rhythmus mehr als hohes Tempo. Viele Kehren sind weit und offen, das macht sie zu einer guten Übungsstrecke für enge Wenden mit einem schweren Tourer. An den meisten Aussichtspunkten gibt es Haltebuchten, du musst also nie in einer Kurve stehen bleiben. Fahr sie, wenn möglich, in beide Richtungen: Auffahrt und Abfahrt fühlen sich wie zwei verschiedene Straßen an. Frag an der Mautstelle, ob dein Ticket eine Rückfahrt einschließt. Und denk bei der Einkehr auf den Hütten daran, dass du danach noch fährst.

Maut und Öffnungszeiten

  • Maut: Die Nockalmstraße ist eine Mautstraße mit eigenem Motorradtarif, bezahlt wird an den Mautstellen an beiden Enden.
  • Nachtfahrverbot: Für Motorräder ist die Straße abends und nachts gesperrt, zuletzt von 18 bis 8 Uhr. Plan also keine Sonnenuntergangsfahrt.
  • Aktuelles: Prüf Maut, Zeiten und Sperren vor der Fahrt auf nockalmstrasse.at. In der Vergangenheit haben Erdrutsche Teile der Nordzufahrt gesperrt.

Wann fahren?

Die Nockalmstraße ist meist von Anfang Mai bis Ende Oktober offen, je nach Wetter, und kann früh und spät in der Saison wegen Schnee schließen. Juni bis September ist das sichere Fenster. Im Juni blühen die Almen, im September und Anfang Oktober färben sich die Lärchen golden, die schönste Zeit in den Nockbergen. An sonnigen Wochenenden ist viel los, unter der Woche hast du lange Abschnitte für dich.

Für wen ist die Tour?

Für alle. Die Nockalmstraße ist eine der einfacheren Mautstraßen der Alpen: breit, gut asphaltiert, ohne böse Überraschungen. Achte auf Rinder und Pferde, die frei auf den Almen grasen, auf Radfahrer an den Anstiegen und auf Autos, die in den Kurven für ein Foto halten. Oben ist es deutlich kühler als an den Seen. Auf der Mautstraße gibt es keine Tankstelle, also in Gmünd, Bad Kleinkirchheim oder Radenthein tanken. Für Einsteiger ist die Nockalmstraße eine ideale erste Hochalpenstraße: Hier lernst du Kehren, Höhe und wechselndes Wetter kennen, ohne dass dir ein Abgrund oder ein Reisebus im Nacken sitzt. Mit Sozius und Gepäck gibt es keine Probleme.

Wie viele Tage?

Die Runde ist ein entspannter Tag mit vielen Pausen. Mit drei Tagen wird daraus ein kleiner Urlaub: Tag 1 die Nockalmstraße und der Millstätter See, Tag 2 die Turracher Höhe und die Malta-Hochalmstraße, Tag 3 über den Katschberg in den Lungau oder hinüber zum Großglockner. Wer in Kärnten wohnt, hat außerdem Wörthersee, Ossiacher See und Weißensee vor der Tür, mit Uferstraßen für die Abendrunde.

Gut zu wissen

  • Pausen: Die Hütten an der Eisentalhöhe und der Schiestelscharte, Bad Kleinkirchheim und die Uferpromenade von Millstatt.
  • Kleidung: Oben auf über 2.000 Metern kann es auch im Sommer frisch sein, während du am See schwitzt. Eine Schicht zum Drunterziehen gehört ins Gepäck.

Verlängern

Von Ebene Reichenau steigt die Straße nach Osten zur Turracher Höhe mit ihrem See an der Grenze zur Steiermark, eine der steilsten Passstraßen Österreichs. Von Gmünd führt die Malta-Hochalmstraße als Mautstraße durch das Maltatal, an Wasserfällen vorbei und durch enge, unbeleuchtete Tunnel mit Ampeln, bis zur Kölnbreinsperre, der höchsten Staumauer Österreichs. Sie hat eigene Maut und Öffnungszeiten. Nach Norden bringt dich der Katschberg (1.641 m) in den Lungau.

Kombinieren

Von Heiligenblut am Großglockner sind die Nockberge rund anderthalb Stunden entfernt. Nach Süden bist du über Villach und den Wurzenpass schnell in Slowenien, siehe unsere Tour über den Vršič und durch das Soča-Tal. Und nach Norden geht es ins Salzkammergut.

Übernachten

Gmünd, Bad Kleinkirchheim, Millstatt und Seeboden sind gute Standorte, und an den Kärntner Seen haben viele Häuser lange Erfahrung mit Motorradgästen. Eine Übersicht findest du bei den Motorradhotels in Österreich.

Unterkünfte an der Strecke

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