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Aerial view of a winding road through snow-covered mountains, showcasing the stunning winter landscape.Photo: urtimud.89 / Pexels / Pexels License

Slowenien — Julische Alpen

Vršič-Pass und Soča-Tal mit dem Motorrad: Julische-Alpen-Runde ab Kranjska Gora

rund 110 kmAnspruchsvoll

Höhepunkte

  • Der Vršič (1.611 m), der höchste Straßenpass Sloweniens, mit rund fünfzig nummerierten Kehren
  • Gepflasterte Kehren auf der Nordseite und die Russische Kapelle
  • Das Soča-Tal mit seinem smaragdgrünen Fluss von Trenta bis Bovec
  • Der Predilpass (1.156 m) nach Italien und der Lago del Predil
  • Die Seen von Fusine unter der Mangart-Wand

Für viele Fahrer aus Bayern und Österreich ist der Vršič der Grund, nach Slowenien zu fahren. Der Pass quert die Julischen Alpen zwischen Kranjska Gora im Norden und dem Soča-Tal im Süden und klettert in rund fünfzig nummerierten Kehren auf 1.611 Meter, mit den Kalkwänden des Triglav-Nationalparks auf allen Seiten. Auf der Südseite fällt er ins Soča-Tal ab, wo ein smaragdgrüner Fluss zwischen steilen, grünen Bergen fließt. Über den Vršič, die Soča hinunter bis Bovec und über den Predil durch ein Eck Italiens zurück: Das ist eine der besten kurzen Runden der Alpen.

Anreise und Standort

Von Villach in Kärnten führt der Wurzenpass in einem kurzen, sehr steilen Anstieg direkt hinunter nach Kranjska Gora. Wer es eilig hat, nimmt den Karawankentunnel auf der Autobahn, der auf österreichischer Seite eigene Streckenmaut kostet. Slowenische Autobahnen und Schnellstraßen brauchen eine elektronische Vignette mit eigener Motorradklasse. Kauf sie auf der offiziellen Seite der DARS, bevor du auffährst. Die Landstraßen dieser Runde, Vršič und Predil eingeschlossen, brauchen keine. Kranjska Gora ist der naheliegende Standort, denn der Vršič beginnt am Ortsrand. Bovec auf der Südseite ist ein guter zweiter Standort für das Soča-Tal und Kobarid.

Die Runde

Kranjska Gora über den Vršič nach Trenta (rund 25 km). Du verlässt Kranjska Gora nach Süden am Jasna-See vorbei, und schon beginnt der Anstieg. Die Kehren sind auf Schildern nummeriert und zeigen auch die Höhe, du weißt also immer, wie weit es noch ist. Mehrere Kehren auf der Nordseite sind noch gepflastert, gelegt im Ersten Weltkrieg, als russische Kriegsgefangene die Straße bauen mussten. Das Pflaster ist uneben und bei Nässe rutschig: saubere Linie halten und die Vorderradbremse darauf schonen. Etwa auf halber Höhe steht ein paar Schritte von der Straße die Russische Kapelle, eine kleine orthodoxe Holzkirche zur Erinnerung an die Gefangenen, die beim Bau in einer Lawine starben. Oben auf 1.611 Metern gibt es Hütten, einen Parkplatz und den Blick auf den Prisojnik. Die Südseite fällt in langen Bögen und Kehren ins Trenta-Tal ab. Von einer der Kehren erreichst du zu Fuß die Quelle der Soča.

Durch das Soča-Tal nach Bovec (rund 25 km). Ab Trenta folgst du der Soča flussabwärts. Das Wasser ist von einem fast unwirklichen Blaugrün, und die Straße quert den Fluss mehrmals, mit Haltebuchten, von denen du zum Ufer oder zu den engen Schluchten der Velika korita hinuntergehen kannst. Nach den Kehren ist die ruhige, flüssige Talstraße genau richtig. Bovec ist ein kleiner Outdoor-Ort an einer Talweitung, mit Cafés und einer Tankstelle.

Von Bovec über den Predil nach Italien (rund 25 km). Von Bovec geht es nach Norden an der Festung Kluže vorbei, die eine enge Schlucht bewacht, und hinauf zum Predilpass auf 1.156 Metern an der Grenze zu Italien. Auf der italienischen Seite fällt die Straße am Lago del Predil vorbei Richtung Tarvisio ab.

Über die Seen von Fusine zurück (rund 35 km). Kurz vor Tarvisio fährst du nach Osten zu den Seen von Fusine, zwei kleinen Bergseen unter der Mangart-Wand, und überquerst bei Rateče wieder die Grenze nach Slowenien. Von dort sind es nur noch wenige Kilometer bis Kranjska Gora.

Abstecher

Kobarid und Tolmin. Südlich von Bovec setzt sich das Soča-Tal bis Kobarid fort, dessen Museum die Geschichte der Isonzofront im Ersten Weltkrieg erzählt, und weiter bis Tolmin mit seinen Schluchten. Die Talstraße ist sanft und sehr schön.

Die Mangartstraße. Zwischen Predil und Bovec führt eine schmale Mautstraße hinauf zum Mangartsattel, die höchste Straße Sloweniens, durch Tunnel und an ausgesetzten Felsbändern entlang. Felsstürze haben den oberen Teil in den letzten Jahren gesperrt, frag also beim Tourismusbüro im Soča-Tal nach dem aktuellen Stand.

Bled und Bohinj. Östlich von Kranjska Gora liegen der Bleder See mit seiner Inselkirche und der ruhigere Bohinjer See, eine leichte Halbtagestour.

Was du über die Straßen wissen solltest

  • Vršič: Schmal, steil und im Sommer voll, mit Autos, Wohnmobilen, Radfahrern und Wanderern. Die Kehren sind eng, die gepflasterten uneben. Auf der langen Südabfahrt die Bremsen schonen und mit Wohnmobilen in den Kehren rechnen.
  • Soča-Tal: Einfacher, aber mit Kleinbussen der Raftinganbieter unterwegs.
  • Predil: Breit und auf beiden Seiten gut asphaltiert.
  • Regeln: In Slowenien ist Abblendlicht auch am Tag Pflicht. Prüf die aktuellen Regeln und Sperren auf promet.si und beim ADAC.

Wann fahren?

Der Vršič wird im Winter wegen Schnee und Lawinengefahr gesperrt und öffnet im Frühjahr, sobald die Straße geräumt ist. Verlässlich offen ist er vom Frühsommer bis in den Herbst. Am besten sind Juni und September: offene Straßen, weniger Autos, gutes Wetter. Im Juli und August ist es voll, vor allem am Wochenende. Schau vor der Fahrt auf promet.si, denn Schnee und Felsstürze können den Pass auch außerhalb der Hauptsaison sperren.

Für wen ist die Tour?

Für Fahrer mit etwas Passerfahrung. Die Nordseite des Vršič ist mit ihren engen, gepflasterten Kehren und dem dichten Verkehr anspruchsvoller als viele höhere Pässe. Wer unsicher ist, fährt ihn früh am Morgen, wenn wenig los ist. Mit Sozius geht es, aber leichtes Gepäck macht die Kehren viel angenehmer.

Wie viele Tage?

Die Runde ist ein Tag. Mit zwei oder drei Nächten in der Gegend fährst du die Runde, erkundest das Soča-Tal bis Kobarid und Tolmin und hängst einen Ruhetag an den Seen von Bled und Bohinj an.

Ein Vorschlag für den Tag

Fahr den Vršič früh, am besten vor neun Uhr, wenn die Kehren leer sind und das Licht auf den Nordwänden liegt. Halt an der Russischen Kapelle und oben am Pass, dann lass dir im Soča-Tal Zeit für die Schluchten. Mittagessen in Bovec, am Nachmittag über den Predil, und zum Abschluss ein Spaziergang an den Seen von Fusine, bevor du die kurze Strecke nach Kranjska Gora zurückfährst.

Kombinieren

Die Kärntner Pässe liegen eine Stunde nördlich, siehe unsere Tour über die Nockalmstraße. Nach Süden bist du in gut zweieinhalb Stunden in Istrien, und nach Westen sind die Dolomiten eine gute Tagesetappe entfernt. Alles über Vignette und Regeln steht im Motorradurlaub in Slowenien.

Übernachten

Kranjska Gora passt für alle, die aus Österreich kommen und den Pass vor der Tür haben wollen, Bovec für das Soča-Tal und Kobarid. Wer die Tour mit Kärnten verbindet und auf der österreichischen Seite wohnen will, findet Häuser bei den Motorradhotels in Österreich.

Unterkünfte an der Strecke

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