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Motorradtour Mosel: von Koblenz nach Trier auf B49 und B53
Höhepunkte
- B49 und B53 am Fluss: Koblenz bis Trier in einer langen Kurvenkette
- Cochem mit der Reichsburg und Burg Eltz im Seitental
- Calmont bei Bremm, einer der steilsten Weinberge Europas
- Zeller Hamm, Traben-Trarbach und Bernkastel-Kues
- Serpentinen aus dem Tal hinauf in Eifel und Hunsrück
Die Mosel ist die Genießertour unter den deutschen Motorradstrecken. Hier geht es nicht um Schräglage bis zum Anschlag, sondern um den Fluss, der sich in Schleife um Schleife durch das Schiefergebirge windet, um Weinberge, die fast senkrecht aus dem Wasser steigen, und um den Wein am Abend. Die Uferstraße ist rund 190 Kilometer lang, wenn du ihr von Koblenz bis Trier folgst. Die eigentlichen Kurven warten aber oben: Fast jedes Dorf hat eine Serpentine, die durch die Reben hinauf auf die Höhen von Eifel und Hunsrück führt.
Die Mosel gehört zu den ältesten Weinregionen Deutschlands, schon die Römer haben hier Reben gepflanzt. Davon erzählen nicht nur Trier mit Porta Nigra und Kaiserthermen, sondern auch die vielen Weingüter direkt an der Straße, bei denen du anhalten, probieren und dir eine Kiste für zu Hause liefern lassen kannst.
Die Uferstraße in drei Abschnitten
Am Fluss fährst du zuerst auf der B49, ab der Gegend um Alf auf der B53 weiter bis Trier. Alle paar Kilometer führt eine Brücke ans andere Ufer, sodass du jederzeit auf die ruhigere Seite wechseln kannst. Auf vielen Abschnitten gibt es auf beiden Ufern eine Straße.
Koblenz bis Cochem (rund 50 km). Start am Deutschen Eck, wo die Mosel in den Rhein mündet. Über Winningen und Treis-Karden geht es flussaufwärts. Bei Moselkern zweigt ein Seitental zur Burg Eltz ab, einer der schönsten Burgen Deutschlands. Das letzte Stück vom Parkplatz gehst du zu Fuß. Cochem selbst ist der erste große Halt, mit der Reichsburg hoch über der Stadt. Am Wochenende ist hier viel los, die Parkplätze am Ufer füllen sich schnell.
Cochem bis Traben-Trarbach (rund 55 km). Hinter Cochem wird das Tal enger und wilder. Bei Bremm steigt der Calmont direkt aus dem Fluss, ein Weinberg so steil, dass ein Klettersteig durch die Reben führt. Vom Aussichtspunkt oben auf dem Berg siehst du die große Moselschleife bei Bremm. Danach umrundet die Mosel bei Zell den Zeller Hamm. In Traben-Trarbach mit seinen Jugendstilbauten auf beiden Ufern lohnt sich die Mittagspause.
Traben-Trarbach bis Trier (rund 85 km). Flussaufwärts überspannt die Hochmoselbrücke der B50 bei Zeltingen-Rachtig das Tal, ein beeindruckender Anblick von unten. Bernkastel-Kues hat den schönsten Marktplatz der Mosel, eng bebaut mit Fachwerk. Über Piesport mit seiner Moselschleife und Schweich wird das Tal breiter und die Straße schneller, bis Trier mit der Porta Nigra den Schlusspunkt setzt.
Hinauf in die Höhen: hier sind die Kurven
Die Uferstraße selbst ist entspannt, mit vielen Ortsdurchfahrten und Tempo 50. Wer Kurven sucht, fährt die Weinbergsträßchen und Kreisstraßen, die aus dem Tal hinaufführen. Sie sind steil, oft eng und mit Kehren gespickt. Oben angekommen hast du die Wahl:
- Nordufer: Hinauf in die Eifel, etwa von Cochem Richtung Ulmen und weiter in die Vulkaneifel.
- Südufer: Hinauf in den Hunsrück. Die B327, die Hunsrückhöhenstraße, verläuft von Koblenz nach Südwesten über den Kamm und ist ein schneller, offener Rückweg.
- Als Zweitagesrunde: Hin an der Mosel, zurück über die Hunsrückhöhenstraße. Das sind zusammen gut 300 Kilometer mit ganz unterschiedlichem Charakter.
Was du über die Straßen wissen solltest
- Ortsdurchfahrten: Die Weinorte reihen sich dicht aneinander, die Limits wechseln ständig. Kontrollen gibt es häufig.
- Erntezeit: Von Ende August bis in den Oktober sind Traktoren und Traubenwagen unterwegs, an den Weinbergswegen liegt oft Erde und Laub.
- Weinbergsträßchen: Schmal, steil, manchmal mit Schotter oder Erde am Rand. Nicht jedes ist für schwere Tourer mit Sozius gemacht.
- Wochenenden: Im Sommer sind Cochem und Bernkastel-Kues voll mit Reisebussen und Wohnmobilen. Unter der Woche ist es deutlich ruhiger.
Wann fahren?
Von April bis Oktober. Im Frühjahr ist das Tal grün und ruhig. Im September und Oktober leuchten die Weinberge golden, fast jedes Dorf feiert ein Weinfest, und es ist entsprechend mehr los. Das Tal ist geschützt und oft wärmer als die Höhen, deshalb lohnt sich die Mosel auch an kühlen Tagen, wenn die Berge wenig einladend sind.
Kombinieren
Von Cochem bis zum Nürburgring ist es weniger als eine Stunde. Eifel und Mosel ergänzen sich perfekt: hier Flusskurven und Wein, dort Hochflächen und der Ring. Von Trier aus sind die Ardennen und Luxemburg nah, und über die Saar mit der Saarschleife bei Mettlach geht es nach Süden weiter.
Anreise an die Mosel
Koblenz ist über die A61 und die A48 aus allen Richtungen gut erreichbar, Trier über die A1 und die A64 aus Luxemburg. Wer aus dem Rheinland kommt, startet am besten in Koblenz und fährt flussaufwärts, aus Süddeutschland und dem Saarland bietet sich Trier als Start an. Aus den Niederlanden und Belgien führt der Weg durch die Eifel an die Mosel, was die Anreise selbst schon zur Tour macht.
Wie viele Tage?
Die Uferstraße allein ist an einem Tag gut zu schaffen, auch mit Pausen. Richtig gut wird die Mosel aber in zwei oder drei Tagen. Tag 1: Koblenz bis Traben-Trarbach mit Burg Eltz und Calmont. Tag 2: Traben-Trarbach bis Trier, dann über die Hunsrückhöhenstraße zurück. Tag 3: Eine Runde über die Serpentinen hinauf in die Eifel, mit dem Nürburgring als Ziel. So hast du jeden Tag einen anderen Charakter, und am Abend immer ein Weinglas in Reichweite, wenn das Motorrad in der Garage steht.
Für wen ist die Tour?
Die Mosel ist die entspannteste Tour in dieser Sammlung und ideal für Paare, Fahrer mit Sozius, Einsteiger und alle, die auf einer Tour mehr erleben wollen als Kurven. Das Tempo ist niedrig, die Straßen sind breit, und Pausen gibt es alle paar Kilometer. Wer Schräglage sucht, findet sie auf den Weinbergsträßchen und auf den Kreisstraßen in die Höhen, sollte dort aber mit Schmutz und engen Kehren rechnen.
Gut zu wissen
- Fähren: An einigen Stellen setzen kleine Fähren über die Mosel. Sie sind ein schöner Umweg, Fahrpläne und Saison ändern sich aber.
- Tanken: Am Fluss in den größeren Orten wie Cochem, Zell, Traben-Trarbach und Bernkastel-Kues.
- Wein und Motorrad: Die Promillegrenze gilt auch an der Mosel. Weinprobe erst, wenn das Motorrad für den Tag geparkt ist.
Übernachten an der Mosel
Cochem, Zell, Traben-Trarbach und Bernkastel-Kues sind gute Standorte, viele Fahrer wohnen aber lieber in den kleineren Weinorten dazwischen, wo das Motorrad im Hof eines Winzers steht. Alle Unterkünfte mit Karte findest du bei den Motorradhotels an der Mosel.
Unterkünfte an der Strecke
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