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A man in a leather jacket and helmet rides a motorcycle on a scenic road, flashing a peace sign.Photo: William Body / Pexels / Pexels License

Frankreich — Vogesen und Elsass

Route des Crêtes mit dem Motorrad: Vogesenkamm, Grand Ballon und Elsässer Weindörfer

rund 160 kmMittel

Höhepunkte

  • Die Route des Crêtes auf dem Vogesenkamm, als Versorgungsstraße im Ersten Weltkrieg angelegt
  • Col de la Schlucht und Hohneck mit Blick über das Elsass bis zum Schwarzwald
  • Der Grand Ballon (1.424 m), der höchste Punkt der Vogesen
  • Die Gedenkstätte am Hartmannswillerkopf über Cernay
  • Kaysersberg, Eguisheim und Riquewihr an der Elsässer Weinstraße

Für viele Fahrer aus Baden und der Pfalz ist die Route des Crêtes die erste Auslandstour überhaupt. Kein Wunder: Von Freiburg bist du in einer Dreiviertelstunde über den Rhein, und eine halbe Stunde später fährst du schon auf dem Kamm der Vogesen. Die Straße folgt dem Grat zwischen dem Elsass im Osten und Lothringen im Westen, meist zwischen 900 und 1.400 Metern hoch. Die französische Armee hat sie im Ersten Weltkrieg gebaut, um Nachschub hinter dem Kamm zu bewegen, außer Sicht der deutschen Artillerie. Heute ist sie eine der schönsten Höhenstraßen Frankreichs: offen, flüssig und mit Aussicht nach beiden Seiten.

Diese Runde von rund 160 Kilometern beginnt in Colmar, steigt über das Weißtal zum Col du Bonhomme, folgt dem Kamm nach Süden bis zum Grand Ballon und kehrt am Fuß der Berge durch die Weindörfer zurück. Das ist ein entspannter Tag mit vielen Pausen, oder ein knapper halber Tag, wenn du nur fahren willst.

Anreise und Standort

Aus dem Süden Badens fährst du über Breisach und Neuf-Brisach nach Colmar, aus dem Norden über Straßburg und die A35. Wer aus der Pfalz kommt, nimmt gern die Landstraßen über Wissembourg und durch die Nordvogesen. Colmar ist der bequemste Standort, mit viel Auswahl und einer schönen Altstadt für den Abend. Ruhiger wohnst du in Kaysersberg oder Munster auf der elsässischen Seite oder in Gérardmer auf der lothringischen. Französische Autobahnen sind mautpflichtig, im Elsass ist die A35 aber weitgehend mautfrei. Für diese Runde brauchst du ohnehin keine Autobahn.

Die Runde

Colmar zum Col du Bonhomme (rund 30 km). Du verlässt Colmar nach Westen und fährst durch Kaysersberg, eines der hübschesten Weindörfer im Elsass, mit Burgruine über den Dächern. Danach folgt die Straße dem Weißtal hinauf zum Col du Bonhomme. Die Steigung ist sanft und die Straße breit, gut zum Warmfahren. Am Pass beginnt die Route des Crêtes.

Col du Bonhomme zum Col de la Schlucht (rund 20 km). Der erste Abschnitt zieht nach Süden über bewaldete Kuppen, vorbei am Gebiet um den Lac Blanc, und erreicht den Col de la Schlucht. Hier kreuzt die Straße zwischen Gérardmer und Munster, entsprechend viel ist los: Cafés, Souvenirläden und ein großer Parkplatz, an Sommerwochenenden voll mit Motorrädern. Der Blick hinunter ins Münstertal ist der erste große Moment des Tages.

Hohneck und Markstein (rund 25 km). Südlich der Schlucht klettert die Straße um den Hohneck herum, einen der höchsten Gipfel der Vogesen, und läuft dann über offene Hochweiden direkt auf dem Grat bis zum Markstein. Das ist das Herzstück der Tour: glatter Belag, lange, weite Bögen und Ausblicke auf beide Seiten. Morgens liegen die Täler oft im Nebel, und du fährst darüber in der Sonne. Auf den Fermes-Auberges entlang der Strecke gibt es Mittagessen aus der eigenen Landwirtschaft, oft mit Münsterkäse.

Grand Ballon und Abfahrt nach Cernay (rund 35 km). Ein letzter Anstieg führt zum Grand Ballon, mit 1.424 Metern der höchste Punkt der Vogesen. Bei klarer Sicht siehst du über die Rheinebene den Schwarzwald und an den besten Tagen die Alpen. Bergab Richtung Cernay passierst du den Hartmannswillerkopf, auf Französisch Vieil Armand. Hier wurde im Ersten Weltkrieg erbittert gekämpft, heute gibt es eine nationale Gedenkstätte und Schützengräben, durch die du gehen kannst. Plan dafür eine Stunde ein.

Auf der Weinstraße zurück nach Colmar (rund 50 km). Von Cernay fährst du nach Norden am Fuß der Berge entlang, durch Guebwiller und die Weindörfer bis Eguisheim und Colmar. Die Straßen sind kurz, kurvig und führen durch Rebhänge. Wenn noch Zeit ist, häng Riquewihr an, das wohl am besten erhaltene Dorf im Elsass.

Was du über die Straßen wissen solltest

  • Belag: Auf dem Kamm meist gut, aber schmal. Auf manchen offenen Stücken fehlen Leitplanken, und die Grasränder sind weich.
  • Verkehr: Auf den Hochweiden laufen Kühe frei, und an Sommerwochenenden sind viele Radfahrer und Wanderer unterwegs. Die Parkplätze an Schlucht, Markstein und Grand Ballon füllen sich schon am Vormittag.
  • Wetter: Der Kamm fängt das Wetter aus dem Westen. Nebel kann in Minuten aufziehen, und oben ist es oft zehn Grad kühler als in Colmar.
  • Täler: Die Abfahrten in die Seitentäler sind enger, mit Kehren im Wald und schattigen, feuchten Kurven.
  • Regeln: In Frankreich sind Handschuhe mit CE-Kennzeichnung für Motorradfahrer Pflicht, und eine Warnweste gehört ins Gepäck. Prüf die aktuellen Regeln vor der Fahrt beim ADAC.

Wann fahren?

Von Mai bis Oktober. Die hohen Abschnitte der Route des Crêtes werden im Winter gesperrt, meist ab Mitte oder Ende November, und öffnen je nach Schnee erst im April wieder. Bis in den Mai können Schneereste an den Rändern liegen. Am schönsten sind Juni, wenn die Weiden grün sind, und September, wenn sich die Wälder färben und die Ferien vorbei sind. Im August und an Sommerwochenenden lohnt sich ein früher Start, damit du Schlucht und Grand Ballon vor den Ausflüglern erreichst.

Für wen ist die Tour?

Für alle. Die Kammstraße selbst ist technisch einfach, nur die Abfahrten in die Täler verlangen etwas mehr. Für Einsteiger ist die Route des Crêtes eine gute Vorbereitung auf die Alpen, für alte Hasen ein perfekter Tag zum Genießen. Mit Sozius und Gepäck gibt es keine Probleme.

Wie viele Tage?

Die Runde selbst ist ein Tag. Mit einem zweiten Tag fährst du die Nordvogesen rund um den Col du Donon und das Breuschtal, oder du nimmst die kleineren Pässe auf der lothringischen Seite rund um Gérardmer und den Lac de Longemer. Am dritten Tag geht es über den Rhein in den Schwarzwald, und du hast zwei Gebirge an einem langen Wochenende.

Gut zu wissen

  • Tanken: In Colmar, Kaysersberg, Munster, Gérardmer und Cernay. Auf dem Kamm selbst gibt es keine Tankstelle, also unten voll machen.
  • Essen: Auf dem Kamm die Fermes-Auberges mit Münsterkäse und Kartoffelgerichten, unten in den Weindörfern Flammkuchen und ein Glas Riesling für den Abend.
  • Pausen: Col de la Schlucht, Markstein, Grand Ballon, der Hartmannswillerkopf und die Altstadt von Eguisheim.

Kombinieren

Der Schwarzwald liegt keine Stunde entfernt auf der anderen Rheinseite, unsere Motorradtour über die B500 ergänzt die Vogesen perfekt. Nach Norden schließt sich jenseits der Grenze der Pfälzerwald an. Wer weiter in die Alpen will, findet im Motorradurlaub in Frankreich die Regeln für das ganze Land.

Übernachten in den Vogesen

Colmar, Kaysersberg und Munster sind die klassischen Standorte auf der elsässischen Seite, Gérardmer auf der lothringischen. Für die Kammstraße ist Munster ideal, weil du direkt am Fuß der Schlucht wohnst. Eine Übersicht findest du bei den Motorradhotels in den Vogesen und im Elsass.

Unterkünfte an der Strecke

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