Photo: cnrdmroglu / Pexels / Pexels LicenseDeutschland — Hunsrück
Motorradtour Hunsrück: Hunsrückhöhenstraße, Geierlay, Mosel und Rhein
Höhepunkte
- Die Hunsrückhöhenstraße B327: lange Bögen auf dem Kamm
- Die Hängeseilbrücke Geierlay bei Mörsdorf
- Baybachtal und Ehrbachtal: die engen Kurven des Hunsrücks
- Der Erbeskopf, mit rund 816 m der höchste Berg von Rheinland-Pfalz
- Idar-Oberstein, das Nahetal und das Mittelrheintal mit der Loreley
Die meisten kennen den Hunsrück nur von unten: als die bewaldete Höhe, die über dem Moseltal aufragt und zu der die Weinbergsträßchen hinaufklettern. Oben ist eine andere Welt, ruhiger, mit Wald, Feldern und kleinen Dörfern, und mittendurch läuft eine der bekanntesten Reisestraßen Deutschlands, die Hunsrückhöhenstraße. Diese Runde von rund 280 Kilometern fährt den Kamm, taucht auf beiden Seiten in die Täler ab und kommt am Rhein zurück. Sie ist eine Runde, kein Weg von A nach B, du kannst also dort einsteigen, wo du übernachtest.
Anreise
Koblenz ist von Norden über die A61 und die A48 schnell erreicht, aus dem Ruhrgebiet über die A3 und aus Frankfurt über die A3 oder die A61 über Bingen. Wer aus dem Saarland kommt, steigt am anderen Ende in Hermeskeil ein. Für die Anreise aus Nordrhein-Westfalen bietet sich ein Umweg über die Eifel an, siehe unsere Motorradtour Eifel.
Die Runde
Koblenz nach Kastellaun auf der B327 (rund 45 km). Du verlässt Koblenz nach Südwesten und kletterst auf den Hunsrück. Die Hunsrückhöhenstraße wurde Ende der 1930er-Jahre auf dem Kamm gebaut und läuft Richtung Hermeskeil. Sie ist keine kurvige Straße, sondern eine Höhenstraße mit langen Bögen, weitem Himmel und Blick über den Wald, genau richtig für ein Reisemotorrad und gleichmäßiges Tempo. Kastellaun mit seiner Burgruine über dem Ort ist der erste Halt.
Kastellaun zur Geierlay (rund 15 km). Nach Westen geht es nach Mörsdorf zur Geierlay, einer langen Hängeseilbrücke über ein tiefes Waldtal. Vom Parkplatz ist es ein kurzer Fußweg, gut für die Beine nach der Höhenstraße. Am Wochenende ist hier viel los, früh am Tag ist es entspannter.
Durch die Seitentäler an die Mosel (rund 35 km). Jetzt kommen die Kurven. Von Mörsdorf führen kleine Straßen nach Norden und Westen hinunter zur Mosel. Die Seitentäler wie das Baybachtal und das Ehrbachtal sind das, was den Hunsrück fürs Motorrad ausmacht: eng, kurvig, durch Wald und über Bäche, mit steilen Rampen auf der anderen Seite. Bei Treis-Karden oder Zell erreichst du den Fluss und folgst ihm aufwärts bis Traben-Trarbach oder Bernkastel-Kues zum Mittagessen. Wie die Uferstraße selbst zu fahren ist, steht in unserer Motorradtour an der Mosel.
Bernkastel-Kues zum Erbeskopf (rund 40 km). Aus dem Tal geht es nach Süden hinauf Richtung Morbach. Der Erbeskopf ist mit rund 816 Metern der höchste Berg von Rheinland-Pfalz und liegt im Nationalpark Hunsrück-Hochwald. Eine kleine Straße unter dem Gipfel verbindet die B269 bei Morbach mit der B327. Oben steht ein Aussichtsturm, ein paar Minuten vom Parkplatz.
Idar-Oberstein und das Nahetal (rund 45 km). Nach Süden rollst du hinunter nach Idar-Oberstein, der Edelsteinstadt mit ihrer Felsenkirche in der Wand über dem Ort. Dann folgst du der Nahe nach Osten an Kirn vorbei, mit Fluss und Bahnlinie dicht neben der Straße und Weinorten an den Hängen.
Über die Höhe an den Rhein (rund 50 km). Von der Nahe geht es wieder nach Norden über die Hochfläche, durch Simmern oder Rheinböllen, und dann steil durch den Wald hinunter an den Rhein bei Bacharach oder Oberwesel.
Durch das Mittelrheintal nach Koblenz (rund 50 km). Die B9 folgt dem linken Rheinufer an Oberwesel, St. Goar und Boppard vorbei bis Koblenz. Fast auf jedem Hügel steht eine Burg, und gegenüber ragt die Loreley auf. Im Sommer ist hier viel Verkehr, aber als Abschluss eines langen Tages ist das Tal unschlagbar.
Über den Rhein
Zwischen Koblenz und Mainz gibt es keine Straßenbrücke über den Rhein. Wer die Seite wechseln will, nimmt eine der Autofähren, etwa in Boppard, St. Goar, Kaub, Lorch oder Bingen. Sie nehmen Motorräder mit, und so wird aus der Runde eine Acht: in St. Goar oder Boppard über den Fluss, auf der B42 am rechten Ufer an der Loreley vorbei und mit einer anderen Fähre zurück. Die Fahrpläne ändern sich je nach Saison, prüf vor allem die letzten Fähren am Abend.
Was du über die Straßen wissen solltest
- B327: Breit und gut asphaltiert, mit langen Geraden, auf denen oft gemessen wird.
- Seitentäler: Eng, geflickt, im Schatten feucht und mit Traktoren. Hier lieber mit Reserve fahren.
- Wind: Auf dem offenen Kamm bläst es oft kräftig. Die Hochfläche ist meist ein paar Grad kühler als das Moseltal.
- Wild: In der Dämmerung auf der Hochfläche mit Rehen rechnen.
Wann fahren?
Von April bis Oktober. Im Frühling ist es ruhig und grün, im September und Oktober ist Weinlese an Mosel und Nahe, mit Weinfesten und langsamen Erntefahrzeugen auf den Weinbergswegen. An heißen Sommertagen sind die schattigen Seitentäler eine Wohltat nach der Hitze an den Flüssen.
Für wen ist die Tour?
Die Runde ist abwechslungsreich und für die meisten Fahrer gut machbar. Die Höhenstraße ist leicht, die Seitentäler und die Abfahrten an den Rhein sind eng und verlangen Aufmerksamkeit. Mit Sozius und Gepäck passt alles, nur auf den schmalen Talstraßen musst du mit Gegenverkehr in Kurven rechnen.
Wie viele Tage?
Die ganze Runde ist an einem langen Tag zu schaffen, schöner sind zwei. Tag 1: Koblenz, Höhenstraße, Kastellaun, Geierlay, hinunter an die Mosel und hinauf nach Morbach zum Übernachten. Tag 2: Erbeskopf, Idar-Oberstein, Nahetal und über die Hochfläche zurück ins Mittelrheintal. Mit einem dritten Tag hängst du die Saarschleife bei Mettlach an, die vom Ende der Höhenstraße bei Hermeskeil nicht weit ist, oder du fährst über die Mosel hinüber in die Eifel.
Gut zu wissen
- Pausen: Burg Kastellaun, die Geierlay, eine Terrasse an der Mosel, der Aussichtsturm am Erbeskopf, die Felsenkirche in Idar-Oberstein und ein Blick auf die Loreley.
- Edelsteine: Idar-Oberstein lebt seit Jahrhunderten von Achat und Schmuck. Das Deutsche Edelsteinmuseum ist ein guter Plan für einen Regentag.
- Essen: Auf der Höhe gibt es deftige Hunsrücker Küche, an der Nahe und Mosel Weinstuben mit regionalen Gerichten. Spießbraten aus Idar-Oberstein ist die Spezialität der Gegend.
- Tanken: In Kastellaun, Simmern, Morbach und den Flussorten kein Problem, in den Seitentälern gibt es keine Tankstellen.
Übernachten im Hunsrück
Kastellaun, Simmern und Morbach sind die Standorte auf der Höhe, Boppard am Rhein und Traben-Trarbach oder Bernkastel-Kues an der Mosel passen für alle, die abends eine Flussterrasse und ein Glas Riesling wollen. Unterkünfte findest du bei den Motorradhotels an der Mosel und den Motorradhotels in der Eifel, gleich auf der anderen Seite des Flusses.
Unterkünfte an der Strecke
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