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Experience the thrill of riding a motorcycle down a forested country road on a sunny day.Photo: K / Pexels / Pexels License

Deutschland — Thüringer Wald

Motorradtour Thüringer Wald: am Rennsteig von Eisenach nach Masserberg

rund 230 kmMittel

Höhepunkte

  • Großer Inselsberg und die Kurven rund um Ruhla und Tabarz
  • Oberhof, der Wintersportort auf dem Kamm
  • Schmücke und die alte B4 über Stützerbach nach Ilmenau
  • Masserberg und die Straßen über die Höhen des Thüringer Schiefergebirges
  • Schwarzatal bei Schwarzburg: Fluss, Felsen und enge Kurven

Der Thüringer Wald ist das Mittelgebirge, das viele erst auf dem Weg in den Süden entdecken und dann jedes Jahr wieder anfahren. Er ist weniger überlaufen als Harz und Sauerland, die Straßen sind oft frisch asphaltiert, und seit die Autobahn A71 den Durchgangsverkehr schluckt, sind manche alten Bundesstraßen über den Kamm fast leer. Diese Runde folgt grob dem Rennsteig, dem berühmten Kammweg, von Eisenach im Westen bis Masserberg im Südosten, und kehrt durch das Schwarzatal zurück. Zusammen sind es rund 230 Kilometer.

Auch die Kultur kommt nicht zu kurz: Eisenach mit der Wartburg, Ilmenau mit seinen Goethe-Spuren und Weimar am Rand der Region sind nur wenige Kilometer von den besten Kurven entfernt. So verbindest du Fahrtage mit einem Ruhetag, an dem das Motorrad stehen bleibt.

Der Rennsteig als roter Faden

Der Rennsteig selbst ist ein Wanderweg und für Motorräder nicht gedacht. Er verläuft aber über den ganzen Kamm, und die Straßen, die ihn kreuzen oder neben ihm herlaufen, sind das, was den Thüringer Wald fürs Motorrad ausmacht: Auffahrten aus den Tälern, kurze Abschnitte auf der Höhe und Abfahrten auf der anderen Seite. Du fährst also nicht eine Straße, sondern ein Zickzack über den Kamm.

Die Runde

Eisenach, Ruhla, Großer Inselsberg (rund 35 km). Von Eisenach mit der Wartburg geht es nach Südosten nach Ruhla und hinauf in die Gegend um den Großen Inselsberg, mit gut 900 Metern einer der höchsten Gipfel des Thüringer Waldes. Die Straßen rund um Tabarz, Brotterode und Ruhla sind kurvig und wechseln zwischen Wald und offenen Hängen.

Inselsberg, Tambach-Dietharz, Oberhof (rund 40 km). Weiter über den Kamm nach Osten. Über Tambach-Dietharz erreichst du Oberhof, den bekannten Wintersportort mit Biathlonstadion und Skihalle. Im Sommer ist Oberhof ein beliebter Treffpunkt für Motorradfahrer, die Auffahrten aus den Tälern haben schöne Kurvenfolgen.

Oberhof, Schmücke, Stützerbach, Ilmenau (rund 30 km). Von Oberhof führt die Straße zur Schmücke, einem Aussichtspunkt mit Gasthaus auf dem Kamm. Ein kurzes Stück auf der B4 über Stützerbach bringt dich zur Rennsteigkreuzung und hinunter nach Ilmenau. Seit die A71 den Fernverkehr übernimmt, ist hier oben wenig los, und die alte Bundesstraße zeigt, was sie kann.

Ilmenau, Neustadt am Rennsteig, Masserberg (rund 45 km). Südlich von Ilmenau geht es wieder hinauf in die Höhen. Rund um Masserberg, einem Kurort auf über 800 Metern, kreuzen die Straßen den Rennsteig mehrfach. Die Strecken am Südhang Richtung Schleusingen sind eine Achterbahn aus Kuppen und Kurven, wer mag, hängt diese Schleife an.

Masserberg, Katzhütte, Schwarzatal, Bad Blankenburg (rund 50 km). Von Masserberg rollst du hinunter Richtung Katzhütte und ins Tal der Schwarza. Zwischen Schwarzburg und Bad Blankenburg ist das Schwarzatal eng, felsig und kurvig, mit dem Fluss direkt neben der Straße. Für viele ist das der schönste Abschnitt im ganzen Thüringer Wald.

Rückweg nach Westen (rund 30 km bis Ilmenau oder weiter). Von Bad Blankenburg kannst du über Königsee und Gehren zurück nach Ilmenau fahren oder, wenn du in Oberhof wohnst, über die Dörfer am Nordhang zurück in die Berge.

Verlängern: Thüringer Meer und Schiefergebirge

Östlich des Schwarzatals beginnt das Thüringer Schiefergebirge. Rund um die Hohenwarte-Talsperre, das sogenannte Thüringer Meer an der Saale, gibt es lange, kurvige Uferstraßen und wenig Verkehr. Das ist eine gute zweite Tagesrunde, wenn du in Bad Blankenburg, Saalfeld oder Masserberg übernachtest.

Was du über die Straßen wissen solltest

  • Belag: Viele Strecken sind gut ausgebaut, einige Nebenstraßen haben aber Flickstellen und Frostschäden, besonders nach harten Wintern.
  • Forst und Wild: Wie im Harz sind große Waldflächen abgestorben. Rechne mit Holzlastern und mit Wild in der Dämmerung.
  • Kontrollen: Auch hier wird auf den bekannten Strecken rund um Oberhof und im Schwarzatal kontrolliert. Achte auf Beschränkungen für Motorräder vor Ort.
  • Tanken: In Eisenach, Ilmenau, Suhl und Saalfeld kein Problem, oben auf dem Kamm sind die Tankstellen dünner gesät.

Wann fahren?

Von April bis Oktober. Oberhof und Masserberg sind Wintersportorte: Oben bleibt es bis in den Frühling kalt, und Schnee ist bis April möglich. Im Mai sind die Wiesen grün und die Straßen leer, im Herbst färben sich die Buchenwälder in den Tälern. Unter der Woche ist es hier noch ruhiger als im Harz.

Kombinieren

Der Harz liegt gut zwei Stunden nördlich, eine Tour Harz und Thüringer Wald ist ein starkes langes Wochenende. Nach Süden geht es über Franken Richtung Bayern, und nach Westen ist das Sauerland über Kassel erreichbar.

Anreise in den Thüringer Wald

Die A71 führt mitten durch den Thüringer Wald, von Erfurt über Ilmenau und Oberhof nach Suhl. Aus Nord- und Westdeutschland kommst du über die A4 nach Eisenach oder Erfurt, aus Bayern über die A73 aus Richtung Bamberg und Coburg. Aus Berlin und Leipzig ist die A9 der schnellste Weg, mit Abfahrt Richtung Saalfeld und Schwarzatal. Wer aus dem Harz kommt, fährt über den Kyffhäuser und Erfurt, eine schöne Verbindung auf Landstraßen.

Wie viele Tage?

Die Runde ist an einem Tag zu schaffen, schöner ist sie in zwei Teilen. Tag 1: Eisenach, Inselsberg, Oberhof, Schmücke und Ilmenau, rund 110 Kilometer mit viel Kammgefühl. Tag 2: Masserberg, der Südhang Richtung Schleusingen, das Schwarzatal und als Zugabe die Saale-Talsperren rund um Hohenwarte. Mit einem dritten Tag lohnt sich ein Abstecher nach Weimar oder auf die Wartburg, für die meisten Fahrer die schönste Pause in Thüringen.

Für wen ist die Tour?

Der Thüringer Wald eignet sich gut für Fahrer, die den Trubel von Harz und Sauerland meiden wollen. Die Straßen sind abwechslungsreich, mal breit und flott, mal eng und kurvig wie im Schwarzatal. Für Einsteiger ist die Runde gut machbar, wenn sie die engen Talstrecken ruhig angehen. Mit Sozius und Gepäck gibt es keine Probleme, Steigungen und Kehren sind moderat.

Gut zu wissen

  • Pausen: Die Wartburg in Eisenach, der Große Inselsberg, Oberhof, die Schmücke und Schwarzburg im Schwarzatal.
  • Wetter: Auf dem Kamm ist es oft neblig und kühl, auch wenn in Erfurt die Sonne scheint.
  • Wild: Morgens und abends kreuzen oft Rehe und Wildschweine die Waldstraßen. Lieber langsamer fahren.

Übernachten im Thüringer Wald

Gute Standorte sind Oberhof und Ilmenau für den Westen und die Mitte, Masserberg und Bad Blankenburg für den Osten und das Schwarzatal. Alle motorradfreundlichen Unterkünfte findest du in unserer Übersicht der Motorradhotels in Deutschland.

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