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Experience the thrill of riding a motorcycle down a forested country road on a sunny day.Photo: K / Pexels / Pexels License

Deutschland — Odenwald

Motorradtour Odenwald: Nibelungenstraße, Neckartal und Michelstadt

rund 200 kmMittel

Höhepunkte

  • Die Nibelungenstraße B47 von Michelstadt nach Lindenfels
  • Die Bergstraße und das Felsenmeer bei Reichenbach
  • Das Neckartal mit Hirschhorn, Neckarsteinach und Eberbach
  • Der Katzenbuckel, mit rund 626 m der höchste Punkt des Odenwalds
  • Amorbach, Michelstadt und Erbach mit Fachwerk und Schloss

Der Odenwald ist das Revier für alle, die zwischen Frankfurt, Darmstadt, Mannheim und Heidelberg wohnen. Hoch ist er nicht, die Gipfel liegen um 600 Meter, aber er ist stark zerfurcht: Fast jede Straße steigt aus einem Tal, windet sich über einen Rücken und fällt ins nächste Tal. Dazwischen liegen Fachwerkstädte, Burgen über dem Neckar und viele gute Landgasthöfe. Diese Runde von rund 200 Kilometern ab Michelstadt zeigt das Beste davon und meidet, so weit möglich, die Strecken mit Wochenendsperrungen.

Anreise und Standort

Der Odenwald liegt zwischen der A5 im Westen und der A81 im Südosten, A67 und A3 sind nah. Aus dem Norden kommst du über die A5 an Frankfurt vorbei, aus dem Rheinland über die A61 und die A67. Michelstadt im Mümlingtal ist der zentralste Standort, mit Erbach gleich nebenan. Lindenfels im Westen und Eberbach am Neckar im Süden sind gute Alternativen.

Die Runde

Michelstadt nach Lindenfels auf der B47 (rund 30 km). Du startest nach Westen auf der Nibelungenstraße, benannt nach dem Heldenepos, das zum Teil in dieser Landschaft spielt. Die Straße klettert aus dem Mümlingtal über mehrere bewaldete Rücken, mit schnellen Bögen und langsameren Passagen durch die Dörfer. Lindenfels liegt unter einer Burgruine, mit Blick nach Westen über die Hügel bis zur Rheinebene.

Lindenfels, Bergstraße und zurück in die Hügel (rund 40 km). Weiter nach Westen bis Bensheim an der Bergstraße. Hier, wo der Odenwald auf die Rheinebene trifft, stehen Weinberge und Obstbäume an den Hängen, und im Frühjahr blüht es früher als fast überall sonst in Deutschland. Nördlich davon, bei Reichenbach, liegt das Felsenmeer, ein Hang voller Granitblöcke, durch den ein kurzer Spaziergang führt. Zurück in die Berge geht es auf kleinen Straßen Richtung Fürth und Weschnitztal: typische Odenwaldstraßen, schmal, kurvig und mit einer Steigung über jeden Rücken.

Nach Süden an den Neckar (rund 50 km). Über Wald-Michelbach und durch den Wald erreichst du Hirschhorn am Neckar. Der Fluss fließt hier durch ein tiefes, bewaldetes Tal, und die B37 an seinem Ufer ist eine schnelle, flüssige Straße. Ein Stück nach Westen liegt Neckarsteinach mit vier Burgen auf engem Raum. Dann drehst du um und fährst flussaufwärts an Hirschhorn und seiner Burg vorbei nach Eberbach mit seiner Altstadt am Wasser.

Über den Katzenbuckel nach Norden (rund 50 km). Von Eberbach steigt die Straße nach Osten und Norden in den südlichen Odenwald zum Katzenbuckel, einem bewaldeten alten Vulkan und mit rund 626 Metern dem höchsten Punkt des Gebirges. Hier ist weniger los als im Westen, die Bögen sind länger, und auf den Rücken wechseln sich Wald und Felder ab. Über Mudau geht es nach Amorbach, einer Barockstadt am Ostrand des Odenwalds.

Zurück nach Michelstadt (rund 30 km). Von Amorbach fährst du nach Westen über die Höhen zurück nach Michelstadt. Das Rathaus auf seinen Holzpfeilern ist eines der bekanntesten Fachwerkhäuser Deutschlands, und im nahen Erbach stehen ein Schloss und ein Museum für Elfenbeinschnitzerei.

Streckensperrungen am Wochenende

Die Beliebtheit des Odenwalds hat eine Kehrseite: Mehrere bekannte Strecken wurden wegen Lärm und Unfällen an Wochenenden und Feiertagen für Motorräder gesperrt. Beispiele sind die L3120 durch das Obersensbachtal, die L3108 auf der oberen Siegfriedstraße zwischen Hetzbach und Kailbach und die L3409 zwischen Zotzenbach und der Kreidacher Höhe. Regeln ändern sich, und neue kommen hinzu. Achte auf das runde Verbotsschild mit Motorrad und dem Zusatzschild mit Tagen und Uhrzeiten, und prüf vor der Tour bei Hessen Mobil oder den Landratsämtern im Odenwaldkreis und im Kreis Bergstraße, was gerade gilt. Auf den Strecken, die offen sind, helfen ein leiser Auspuff und ruhiges Tempo durch die Dörfer, dass es so bleibt.

Was du über die Straßen wissen solltest

  • Belag: Meist gut, aber die Waldstraßen sind schmal und im Schatten oft feucht, im Herbst mit Laub und Moos am Rand.
  • Schmutz: An Feld- und Waldwegen tragen Traktoren und Forstfahrzeuge Erde auf die Straße.
  • Tempo: Die Limits wechseln ständig, besonders in den Dörfern. An Sommerwochenenden wird oft auf Tempo und Lärm kontrolliert.
  • Wild: In der Dämmerung kreuzen Rehe.

Wann fahren?

Von April bis Oktober. Die Bergstraße ist eine der wärmsten Ecken Deutschlands, dort beginnt die Saison oft schon im März. Im Mai ist das Buchenlaub frisch, im Oktober leuchten die Wälder. Sommerwochenenden sind voll, unter der Woche ist es viel ruhiger, und dann sind auch die gesperrten Strecken meist offen.

Für wen ist die Tour?

Für alle, die Kurven mögen und mit vielen Ortsdurchfahrten leben können. Die Straßen sind technisch nicht schwer, aber eng, und die Richtungswechsel kommen schnell hintereinander. Einsteiger nehmen sich Zeit, Fahrer mit Sozius kommen gut zurecht. Wer lange Bögen sucht, findet sie eher im Süden und Osten als an der Bergstraße. Plane für die 200 Kilometer mehr Zeit ein, als die Zahl vermuten lässt: Durch die vielen Orte und Kurven liegt der Schnitt deutlich unter dem auf der Autobahn gewohnten, und das ist im Odenwald auch gut so.

Ein zweiter Tag: Main und Spessart

Von Amorbach ist es nicht weit nach Miltenberg am Main, einer Fachwerkstadt zwischen Fluss und Wald. Von dort führen die Straßen am Main entlang Richtung Wertheim und nach Norden in den Spessart, einen großen, stillen Wald auf der anderen Flussseite mit langen Bögen und kaum Verkehr. Zurück geht es durch den östlichen Odenwald oder durch das Mümlingtal. Nördlich des Spessarts liegt die Rhön, ein lohnendes Ziel für ein langes Wochenende.

Kombinieren

Der Schwarzwald liegt anderthalb Stunden südlich, viele verbinden beides: siehe unsere Motorradtour auf der Schwarzwaldhochstraße. Die Schwäbische Alb ist rund zwei Stunden südöstlich, und westlich des Rheins wartet der Pfälzerwald.

Gut zu wissen

  • Pausen: Die Burgruine in Lindenfels, das Felsenmeer, die Burgen von Neckarsteinach, die Altstadt von Eberbach und das Rathaus in Michelstadt.
  • Essen: Viele Landgasthöfe sind seit Generationen in Familienhand. Typisch sind Handkäs und Apfelwein, Letzterer natürlich erst, wenn das Motorrad steht.
  • Leise fahren: In den Tälern hallt jeder Gasstoß von den Hängen wider. Wer im Ort niedertourig fährt, tut viel dafür, dass keine neuen Sperrungen kommen.

Übernachten im Odenwald

Michelstadt und Erbach sind am zentralsten, Lindenfels passt für den Westen und Eberbach für den Neckar. Viele Landgasthöfe im Odenwald kennen Motorradfahrer seit Jahrzehnten. Eine Übersicht findest du bei den Motorradhotels in Deutschland, und wer weiter nach Süden will, bei den Motorradhotels im Schwarzwald.

Unterkünfte an der Strecke

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