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Aerial view of a winding mountain road with cyclists and a vehicle navigating sharp turns.Photo: Jose Rodriguez Ortega / Pexels / Pexels License

Frankreich — Französische Alpen

Route des Grandes Alpes mit dem Motorrad: vom Genfer See ans Mittelmeer

rund 700 kmAnspruchsvoll

Höhepunkte

  • Der Col de l’Iseran (2.764 m), der höchste asphaltierte Durchgangspass der Alpen
  • Col du Galibier (2.642 m) und Col du Lautaret vor den Gletschern der Meije
  • Der Col d’Izoard (2.360 m) mit der Geröllwüste der Casse Déserte
  • Der Col de la Bonette (2.715 m) mit der Schleife um die Cime auf 2.802 m
  • Der Col de Turini und die Abfahrt ans Mittelmeer bei Menton

Die Route des Grandes Alpes ist die große Nord-Süd-Querung der französischen Alpen: rund 700 Kilometer vom Ufer des Genfer Sees bis ans Mittelmeer, über mehr als ein Dutzend Pässe, mehrere davon über 2.000 Meter. Sie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als Touristenroute angelegt und ist auf weiten Teilen ausgeschildert. Mit dem Motorrad ist sie bei gemütlichem Tempo eine Reise von fünf Tagen und eine der schönsten Wochen, die du auf einem Motorrad in Europa verbringen kannst.

Anreise

Aus Süddeutschland fährst du über Basel und durch die Schweiz an den Genfer See, oder über die Vogesen und das französische Jura. Für die Schweizer Autobahnen brauchst du die Vignette, die es nur als Jahresvignette gibt. Die französischen Autobahnen sind mautpflichtig. Wer die Anreise genießen will, plant einen Tag über die Route des Crêtes oder durch die Schweizer Pässe ein. Und denk an den Rückweg: Von Menton bist du über die italienische Riviera und das Aostatal oder über Nizza und die Route Napoléon wieder Richtung Norden unterwegs.

Tag 1: Thonon nach Beaufort (rund 150 km)

Du startest in Thonon-les-Bains am Genfer See und fährst nach Süden durch die Schluchten der Dranse nach Morzine und über den Col des Gets. In Cluses beginnt der Anstieg zum Col de la Colombière (1.613 m), dessen oberer Teil felsig und rau ist, und auf der anderen Seite rollst du nach Le Grand-Bornand. Gleich danach folgt der Col des Aravis (1.486 m) über La Clusaz, bei klarem Wetter mit dem Mont Blanc im Blick. Über Flumet und den Col des Saisies erreichst du das Beaufortain, die Heimat des Beaufort-Käses.

Tag 2: Beaufort nach Valloire (rund 190 km)

Der Cormet de Roselend (1.968 m) steigt am Stausee von Roselend vorbei und fällt nach Bourg-Saint-Maurice ab. Dann kommt der große Brocken: das Isèretal hinauf an Tignes und Val d'Isère vorbei zum Col de l'Iseran auf 2.764 Metern, dem höchsten asphaltierten Durchgangspass der Alpen. Die Abfahrt nach Bonneval-sur-Arc gehört zu den schönsten in Frankreich. Durch das Tal der Maurienne fährst du hinunter nach Saint-Michel-de-Maurienne und steigst über den Col du Télégraphe (1.566 m) nach Valloire.

Tag 3: Valloire nach Guillestre (rund 110 km)

Von Valloire klettert der Col du Galibier (2.642 m) in kahles Hochgebirge. Bergab erreichst du den Col du Lautaret vor den Gletschern der Meije und fährst weiter nach Briançon. Dann folgt der Col d'Izoard (2.360 m), dessen Südseite durch die Casse Déserte führt, eine Mondlandschaft aus Geröll und Felstürmen. Übernachtung in Guillestre. Die Etappe ist kurz, nimm dir also Zeit für Fotos und für die Altstadt von Briançon.

Tag 4: Guillestre nach Saint-Sauveur-sur-Tinée (rund 140 km)

Der Col de Vars (2.109 m) führt ins Ubaye-Tal nach Barcelonnette. Von Jausiers steigt die Route zum Col de la Bonette (2.715 m), und eine kurze Schleife um den Gipfelkegel bringt dich auf 2.802 Meter, oft als höchste asphaltierte Straße Europas bezeichnet. Die lange Abfahrt über Saint-Étienne-de-Tinée folgt den Schluchten der Tinée nach Süden. Die offizielle Route nimmt statt der Bonette den Col de la Cayolle, schmaler und ruhiger. Beide lohnen sich, und wer einen Tag mehr hat, fährt beide.

Tag 5: Nach Menton (rund 110 km)

Der letzte Tag quert die Seealpen über ein Gewirr kleinerer Pässe, darunter der Col Saint-Martin und der Col de Turini (1.607 m), bekannt aus der Rallye Monte Carlo, mit engen Kehren auf beiden Seiten. Von Sospel bringt dich der Col de Castillon hinunter nach Menton ans Meer. Nach fünf Tagen im Hochgebirge ist das Licht über dem Mittelmeer ein Moment, den du nicht vergisst.

Was du über die Straßen wissen solltest

  • Belag: Von sehr gut bis rau. Auf den hohen Pässen gibt es ausgebrochene Ränder, Schotter nach Gewittern, Frostschäden und schmale Abschnitte ohne Leitplanke.
  • Abfahrten: Sie sind lang genug, um Bremsen und Konzentration zu ermüden. Mit Motorbremse fahren und Pausen machen.
  • Verkehr: Radfahrer an jedem Anstieg, Kühe auf den Almen und Wohnmobile in Tunneln und Kehren.
  • Tanken: In den Tälern einfach, auf den Pässen gibt es nichts. Voll machen in Bourg-Saint-Maurice, Briançon und Barcelonnette.
  • Regeln: In Frankreich sind Handschuhe mit CE-Kennzeichnung Pflicht, und eine Warnweste gehört ins Gepäck. Prüf die aktuellen Regeln beim ADAC.

Wann fahren?

Die höchsten Pässe, Iseran, Galibier und Bonette, sind meist von Juni bis Oktober offen, aber Schnee kann sie am Anfang und Ende der Saison und bei Sommergewittern sperren. Das sicherste Fenster ist Ende Juni bis Mitte September. Mitte Juni und Ende September sind ruhiger, aber mit höherem Risiko eines gesperrten Passes, also jeden Morgen prüfen. Im Juli und August ist es im Süden heiß, und an Etappentagen der Tour de France sind die Pässe voll oder gesperrt. Unser Ratgeber zu den Öffnungszeiten der Alpenpässe hilft bei der Planung.

Wie viele Tage?

Die Route selbst sind fünf Fahrtage. Aus Deutschland kommen ein bis zwei Tage Anreise an den Genfer See und zwei bis drei Tage Rückweg von der Côte d'Azur dazu, du solltest also mit neun bis zehn Tagen rechnen. Plan mindestens einen Puffertag ein: Ein gesperrter Pass oder ein verregneter Tag auf dem Iseran bringen sonst den ganzen Zeitplan durcheinander. Wer weniger Zeit hat, fährt nur den Mittelteil von Bourg-Saint-Maurice bis Barcelonnette, das sind die höchsten und berühmtesten Pässe in drei Tagen.

Für wen ist die Tour?

Für Fahrer mit Alpenerfahrung. Die Pässe selbst sind nicht schwerer als in Österreich oder der Schweiz, aber fünf Tage am Stück mit langen Anstiegen, rauen Abfahrten und wechselndem Wetter verlangen Kondition. Mit Sozius ist die Route machbar, wenn ihr leicht packt. Wer zum ersten Mal in die Alpen fährt, sammelt vorher Erfahrung am Großglockner oder auf der Deutschen Alpenstraße.

Kombinieren

Die Route lässt sich gut mit der Schweiz verbinden: Vom Genfer See bist du in wenigen Stunden an Furka, Grimsel und Susten. Alles über Maut, Regeln und Regionen steht im Motorradurlaub in Frankreich.

Übernachten

Klassische Etappenorte sind Beaufort oder Bourg-Saint-Maurice, Valloire, Briançon oder Guillestre, Barcelonnette oder Saint-Étienne-de-Tinée und dann die Küste. Im Juli und August früh buchen, denn dann sind die Bergdörfer auch voller Wanderer und Radfahrer. Achte bei der Buchung auf einen sicheren Stellplatz, denn in den engen Bergdörfern parkst du sonst an der Straße. Eine Übersicht auf Englisch findest du bei den Motorradhotels in den französischen Alpen.

Unterkünfte an der Strecke

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