Skip to main content
A motorbike rider navigating a winding forest road in daylight.Photo: Ikbal Alahmad / Pexels / Pexels License

Kroatien — Istrien

Istrien mit dem Motorrad: Bergstädtchen, Limski-Kanal und die Straße über den Učka

rund 300 kmMittel

Höhepunkte

  • Der Limski-Kanal, ein schmaler Meeresarm zwischen bewaldeten Hängen bei Rovinj
  • Motovun, Grožnjan und Hum auf den Hügeln über dem Mirna-Tal
  • Die alte Straße über den Učka mit Blick auf die Kvarner Bucht und die Inseln
  • Rovinj und Opatija an der Küste
  • Ruhige Landstraßen durch Weinberge, Olivenhaine und Eichenwälder

Istrien ist die herzförmige Halbinsel am oberen Ende der Adria, größtenteils kroatisch, mit einem schmalen Streifen in Slowenien. An der Küste drängen sich im Sommer die Urlauber, aber im Landesinneren ist Istrien ein anderes Land: grüne Hügel, Weinberge und Olivenhaine, Eichenwälder, in denen Trüffel gesucht werden, und alte Städtchen auf jeder Anhöhe. Die Straßen dazwischen sind klein, ruhig und kurvig, und die Entfernungen sind kurz. Das macht Istrien ideal für einen entspannten Motorradurlaub im Frühjahr oder Herbst. Am Ostrand steigt das Učka-Gebirge steil aus dem Meer und bringt eine richtige Bergstraße mit.

Anreise und Standort

Aus Deutschland und Österreich kommst du meist über die Tauernautobahn oder über Villach und den Karawankentunnel nach Ljubljana und weiter nach Istrien. Wer es ruhiger mag, fährt von Kranjska Gora über den Vršič und durch das Soča-Tal Richtung Küste. In Slowenien brauchst du für Autobahnen die elektronische Vignette, kroatische Autobahnen werden an Mautstellen bezahlt. Die Hauptautobahn Istriens, das Istrische Ypsilon, führt durch den Učka-Tunnel, der ebenfalls Maut kostet. Kroatien gehört zum Schengen-Raum und zahlt mit Euro. Rovinj an der Westküste ist der schönste Standort, eine Altstadt auf einer kleinen Halbinsel, nah am Limski-Kanal und den Hügeln. Pazin in der Mitte ist ruhiger und zentraler, und in Motovun gibt es kleine Pensionen für alle, die über dem Nebel aufwachen wollen.

Tag 1: Limski-Kanal und Bergstädtchen (rund 150 km)

Rovinj zum Limski-Kanal (rund 15 km). Du fährst von Rovinj nach Norden Richtung Vrsar und zum Limski-Kanal, einem schmalen Meeresarm, der sich rund zehn Kilometer zwischen steilen, bewaldeten Hängen ins Land zieht. Vom Südrand schaust du hinunter aufs Wasser, und am Ende des Kanals servieren Restaurants Austern und Muscheln aus der Zucht im Kanal.

Ins Landesinnere nach Motovun (rund 45 km). Über Kanfanar und Pazin oder auf kleinen Straßen durch Weinberge und Dörfer fährst du nach Nordosten nach Motovun. Das Städtchen thront auf einem Hügel über dem Mirna-Tal, umgeben von einer Mauer, auf der du einmal herumgehen kannst. Die Straße windet sich um den Hügel, das Motorrad bleibt am Parkplatz unterhalb der Altstadt. Im Eichenwald im Tal liegt das Herz des istrischen Trüffellandes.

Motovun nach Grožnjan und Buzet (rund 35 km). Von Motovun querst du das Tal und steigst nach Grožnjan, einem kleinen Bergstädtchen voller Ateliers und Galerien. Dann geht es auf den Kammstraßen nach Osten Richtung Buzet. Das sind die besten Straßen des Tages: schmal und ruhig, Kurve an Kurve über die Hügel, mit Blick in die Täler.

Hum und zurück nach Rovinj (rund 55 km). Südlich von Buzet führt eine kleine Straße nach Hum, das sich die kleinste Stadt der Welt nennt: eine einzige Gasse innerhalb der Mauern. Der Weg dorthin entlang der Glagolitischen Allee mit ihren Steindenkmälern ist eine wunderschöne, kurvige Fahrt. Über Pazin und Kanfanar geht es zurück nach Rovinj.

Tag 2: Učka und die Kvarner-Küste (rund 150 km)

Rovinj nach Pazin (rund 35 km). Im Landesinneren liegt Pazin, wo eine Burg am Rand einer tiefen Schlucht steht, die Jules Verne zu einer Szene in einem seiner Romane inspiriert hat.

Über den Učka auf der alten Straße (rund 40 km). Östlich von Pazin führt die Autobahn im Tunnel durch den Berg. Du nimmst stattdessen die alte Straße über den Kamm. Sie steigt in einer langen Folge von Kurven und Kehren durch den Wald zu einem Sattel unter dem Gipfel des Vojak und fällt dann auf der Ostseite nach Opatija ab, mit der ganzen Kvarner Bucht unter dir und den Inseln Cres und Krk im Meer. Das ist die beste Bergstraße Istriens, unter der Woche ruhig und gut asphaltiert, in der Abfahrt aber stellenweise steil und schmal. Eine kurze Stichstraße führt hinauf zum Vojak mit seinem steinernen Aussichtsturm.

Opatija und die Küste nach Süden (rund 75 km). Opatija ist ein alter Kurort mit Villen aus der k.u.k.-Zeit am Meer. Von dort fährst du auf der Küstenstraße über Lovran und Plomin nach Süden, mit den Inseln auf der anderen Seite des Wassers, und biegst dann nach Westen durch die Hügel zurück nach Rovinj ab. Pula an der Südspitze hat eines der besterhaltenen römischen Amphitheater überhaupt und lohnt, wenn noch Zeit ist, einen Halt.

Was du über die Straßen wissen solltest

  • Landstraßen: Meist gut asphaltiert, aber im Landesinneren schmal, mit blinden Kurven und Steinmauern.
  • Glätte: Kalkstraßen werden beim ersten Regen nach einer Trockenzeit sehr rutschig, und an heißen Tagen kann der Asphalt in den Kurven schmierig sein.
  • Bora: Der kalte, starke Fallwind kann ohne viel Vorwarnung über die Kvarner-Küste und den Učka fegen. Auf Brücken und an exponierten Kurven ist das harte Arbeit.
  • Regeln: Prüf die aktuellen Regeln zu Licht und Tempo vor der Fahrt beim ADAC oder beim kroatischen Automobilclub HAK.

Wann fahren?

April bis Juni und September bis Oktober sind die besten Monate: warm, grün und ruhig. Im Juli und August ist es an der Küste heiß und voll, im Landesinneren bleibt es entspannter. Der Herbst ist Trüffelzeit, und in den Bergstädtchen gibt es Trüffel- und Weinfeste. Für Fahrer aus Deutschland ist Istrien damit ein schönes Ziel für den Saisonstart, wenn die Alpenpässe noch zu sind.

Für wen ist die Tour?

Für alle, die kleine Straßen mögen. Technisch ist nur die Abfahrt vom Učka anspruchsvoller, der Rest ist Genussfahren mit vielen Pausen. Mit Sozius und Gepäck kein Problem. Rechne aber damit, dass du für kurze Strecken viel Zeit brauchst: Die Straßen sind kurvig und schmal, und in jedem zweiten Ort lockt eine Pause.

Essen und Pausen

Das Landesinnere ist bekannt für seine Küche: Trüffel aus den Wäldern im Mirna-Tal, Olivenöl von den Hängen, Malvazija-Weißwein und Fuži, handgerollte Nudeln, oft mit Trüffel oder Wild. Am besten isst du in den Konobas, einfachen Dorfgasthäusern. An der Küste sind Fisch und Muscheln aus dem Limski-Kanal und der Kvarner Bucht das Richtige.

Kombinieren

Von Istrien aus ist der Vršič rund zweieinhalb Stunden nördlich durch Slowenien, und auf dem Heimweg nach Westen liegt der Gardasee gut auf der Strecke. Mehr über die Anreise durch Slowenien steht im Motorradurlaub in Slowenien.

Übernachten

Rovinj für die Küste und die Abende, Pazin oder Motovun für die Hügel. Opatija ist ein guter Standort, wenn du den Učka und die Kvarner-Küste in den Mittelpunkt stellst. Im Juli und August lohnt es sich, früh zu buchen, denn dann sind die Küstenorte voll.

Weitere Motorradtouren

Die schönsten Motorradstrecken in Deutschland →