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Motorradurlaub in Slowenien: E-Vignette, Vršič, Soča-Tal und die Regeln

Slowenien ist klein, grün und für Motorradfahrer aus Süddeutschland nur einen langen Tag entfernt. Die Julischen Alpen bieten mit dem Vršič einen der schönsten Pässe der Ostalpen, das Soča-Tal leuchtet türkis, und abends sitzt du für weniger Geld als in Südtirol auf der Terrasse.

Veröffentlicht

Auf einen Blick

Vignette
E-Vignette für Autobahnen und Schnellstraßen
Motorrad-Laufzeiten
7 Tage, 6 Monate, 1 Jahr
Extra-Maut
Karawankentunnel
Tempolimits
50 Ort / 90 Land / 110 Schnellstraße / 130 Autobahn
Licht
Abblendlicht auch am Tag

Anreise aus Deutschland

Aus Bayern führen zwei Wege nach Slowenien. Der schnelle geht über die Tauernautobahn und den Karawankentunnel nach Jesenice. Der schöne geht über die Großglockner-Hochalpenstraße nach Kärnten und dann über den Wurzenpass oder den Loiblpass. Beide Pässe sind steil, der Wurzenpass mit Steigungen, die beladene Tourer fordern. In Österreich brauchst du für Autobahnabschnitte eine Vignette, mehr dazu auf unserer Seite Motorradurlaub in Österreich.

Die E-Vignette für Motorräder

Für slowenische Autobahnen und Schnellstraßen brauchst du eine Vignette. Sie ist rein elektronisch (e-vinjeta) und hängt am Kennzeichen. Für Motorräder gibt es drei Laufzeiten: 7 Tage, 6 Monate und 1 Jahr. Eine Monatsvignette gibt es für Motorräder nicht.

  • Kauf die Vignette beim Autobahnbetreiber DARS oder an offiziellen Verkaufsstellen. Wiederverkäufer im Netz verlangen eine Vermittlungsgebühr.
  • Prüf beim Kauf Kennzeichen, Zulassungsland und Klasse. Bei einem Fehler gilt die Maut als nicht bezahlt, und die Kontrollen erfolgen automatisch über Kameras.
  • Der Karawankentunnel zwischen Österreich und Slowenien kostet zusätzlich eine eigene Maut, die die Vignette nicht abdeckt.

Für die Julischen Alpen brauchst du die Autobahn kaum. Wer über den Wurzenpass einreist, fährt bis zum Vršič komplett auf Landstraßen.

Verkehrsregeln

  • Innerorts 50 km/h, außerorts 90 km/h, Schnellstraße 110 km/h, Autobahn 130 km/h.
  • Abblendlicht ist rund um die Uhr Pflicht, auch am Tag.
  • Helmpflicht für Fahrer und Sozius.

Für die Promillegrenze gelten für Fahranfänger und junge Fahrer strengere Werte. Am einfachsten: Wer fährt, trinkt nicht. Die aktuellen Regeln stehen auf der Seite „Ihr Europa“ zu Slowenien.

Vršič, Mangart und Soča-Tal

Der Vršič verbindet Kranjska Gora mit dem Soča-Tal und ist mit 1.611 Metern der höchste Straßenpass Sloweniens. Er hat 50 nummerierte Kehren, die auf der Nordseite gepflastert sind. Auf Kopfsteinpflaster fährst du anders als auf Asphalt: früh bremsen, wenig Schräglage, vor allem bei Nässe. Oben am Pass ist es im Sommer voll, früh am Morgen hast du die Kehren fast für dich.

Auf der Südseite geht es hinunter ins Soča-Tal nach Bovec. Von dort lohnt der Abstecher auf die Mangartstraße, die höchste Straße Sloweniens, eng, mit unbeleuchteten Tunneln und mautpflichtig. Über den Predil-Pass kommst du nach Italien und über Tarvisio zurück nach Kranjska Gora: eine Tagesrunde mit drei Ländern im Blick.

Weiter südlich folgt die Straße der Soča über Kobarid nach Tolmin. In den Kalk-Schluchten wird es schnell heiß, und Rafting-Busse und Radfahrer teilen sich die Straße mit dir.

Weitere Strecken

  • Logartal und Paulitschsattel: von Kärnten über den Paulitschsattel ins Logartal in den Steiner Alpen, eine ruhige Alternative zum Vršič.
  • Kärnten: Nockalmstraße und Turracher Höhe liegen auf dem Weg, siehe Nockalmstraße.
  • Weiter nach Italien: Vom Soča-Tal sind es nur Stunden zu den Dolomiten.

Saison und Tanken

Der Vršič hat eine Wintersperre und ist meist von Mai bis Oktober offen. Das Soča-Tal ist von April bis Oktober gut zu fahren, im Hochsommer heiß und voll. Tankstellen gibt es in Kranjska Gora, Bovec und Tolmin. Auf den Pässen und im oberen Trenta-Tal nicht, also vorher volltanken.

Praktisches für Slowenien

Slowenien zahlt mit dem Euro, und Kartenzahlung geht fast überall. Das Land ist im Schengenraum, trotzdem kann es an den Grenzen zeitweise Kontrollen geben. Nimm Personalausweis oder Reisepass mit. Mit Deutsch und Englisch kommst du in den Tourismusorten gut zurecht,.

Die Straßen sind meist gut, aber schmaler als in Österreich. In den Bergen gibt es viele Radfahrer und im Sommer Wohnmobile auf den Pässen. Abseits der Hauptstraßen solltest du mit Wildwechsel rechnen, vor allem in der Dämmerung. Und weil die Strecken kurz aussehen und die Kurven viele sind, bist du langsamer unterwegs, als der Routenplaner verspricht.

Ein guter Plan für eine Woche: zwei oder drei Nächte in den Julischen Alpen für Vršič, Mangart und Soča-Tal, dann über Kärnten zurück, mit einem Abstecher über die Nockalmstraße. Wer mehr Zeit hat, verbindet die Reise mit Friaul und den Dolomiten.

Übernachten

In Kranjska Gora, Bovec und Kobarid gibt es Hotels, Pensionen und Apartments in allen Größen. In der Hochsaison sind die Häuser im Soča-Tal schnell voll, buch also früh. Frag nach einem überdachten oder abgeschlossenen Stellplatz fürs Motorrad, worauf du sonst achten solltest, steht im Ratgeber Motorradhotel: worauf achten.

Wie viel Zeit du brauchst

Für die Julischen Alpen allein reichen drei Tage: einer für Vršič und Soča-Tal, einer für Mangart und Predil, einer zum Durchatmen oder für das Logartal. Mit An- und Abreise aus Süddeutschland ist eine Woche entspannt. Wer zum ersten Mal in die Alpen fährt, findet in Slowenien ein ruhigeres und günstigeres Revier als in Tirol oder Südtirol, mit Pässen, die anspruchsvoll, aber nicht überlaufen sind, solange du Wochenenden im Juli und August meidest.

Häufige Fragen

Welche Vignette brauche ich in Slowenien mit dem Motorrad?

Die elektronische Vignette (e-vinjeta) für Motorräder, mit 7 Tagen, 6 Monaten oder 1 Jahr Laufzeit. Sie hängt am Kennzeichen und gilt auf Autobahnen und Schnellstraßen. Der Karawankentunnel kostet extra.

Muss ich in Slowenien tagsüber mit Licht fahren?

Ja. In Slowenien ist Abblendlicht rund um die Uhr Pflicht, auch am Tag.

Ist der Vršič-Pass mit dem Motorrad schwierig?

Er ist steil und hat 50 Kehren, die auf der Nordseite gepflastert sind. Bei Trockenheit ist das gut machbar, bei Nässe ist das Pflaster rutschig. Fahr früh am Morgen, dann ist weniger Verkehr.

Wann ist der Vršič geöffnet?

Der Vršič hat eine Wintersperre und ist meist von Mai bis Oktober offen. Prüf den Straßenzustand vor der Fahrt.

Offizielle Quellen

Regeln und Tarife ändern sich. Prüf vor der Fahrt die Vignettenseite von DARS.

Motorradfreundlich übernachten