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A winding road through picturesque mountain landscape under a clear blue sky.Photo: Alan Kabeš / Pexels / Pexels License

Italien — Dolomiten

Dolomiten mit dem Motorrad: Sellaronda, Pordoi, Giau und Falzarego

rund 170 kmAnspruchsvoll

Höhepunkte

  • Sellaronda: rund 55 km und vier Pässe rund um das Sellamassiv
  • Grödner Joch, Sellajoch und Pordoijoch, alle über 2.100 m
  • Passo Giau mit seinen Kehren und dem Blick auf die Cinque Torri
  • Falzarego und Valparola zurück ins Gadertal
  • Standorte in Gröden, im Gadertal oder in Arabba

Die Dolomiten sind für viele das Ziel, auf das sie jahrelang hinfahren. Bleiche Felstürme, grüne Almen und Pässe, die so dicht beieinander liegen wie nirgends sonst in den Alpen. Von München über den Brenner sind es gut vier Stunden bis Gröden, und dann kannst du an einem einzigen Tag sieben oder acht Pässe fahren. Diese Runde von rund 170 Kilometern kombiniert die Sellaronda mit den Pässen rund um Cortina d'Ampezzo.

Was die Dolomiten von anderen Alpenregionen unterscheidet, ist die Dichte. Zwischen Gröden, Gadertal, Fassatal und Cortina liegen mehr als ein Dutzend Pässe so nah beieinander, dass du von einem Standort aus jeden Tag eine andere Runde fahren kannst, ohne einmal umzuziehen. Dazu kommt die Mischung aus Südtiroler Gastlichkeit, ladinischer Kultur und italienischer Küche.

Anreise über den Brenner

Der schnellste Weg führt über Innsbruck und den Brenner nach Südtirol. Auf der österreichischen Brennerautobahn fällt eine eigene Streckenmaut an, dazu kommt die Vignette für die Zufahrt und in Italien die Autobahnmaut. Wer Maut sparen und schöner fahren will, nimmt ab Innsbruck die Brenner-Bundesstraße oder kommt über Timmelsjoch und Jaufenpass. Für die Anreise aus Osttirol ist das Pustertal der direkte Weg. Prüf die aktuellen Mautregeln bei der ASFINAG und der italienischen Autobahngesellschaft.

Die Sellaronda

Die Sellaronda umrundet das Sellamassiv über vier Pässe und ist rund 55 Kilometer lang. Du kannst in jede Richtung fahren, wir beschreiben sie im Uhrzeigersinn ab Wolkenstein in Gröden.

Grödner Joch (2.121 m). Von Wolkenstein geht es in vielen Kehren hinauf aufs Grödner Joch, mit dem Sellamassiv als Wand direkt neben dir. Auf der anderen Seite rollst du hinunter nach Kolfuschg und Corvara im Gadertal.

Campolongo (1.875 m). Der niedrigste und sanfteste der vier Pässe. Von Corvara über die Almen nach Arabba, einem kleinen Ort, der fast nur aus Hotels und Bikern zu bestehen scheint.

Pordoijoch (2.239 m). Von Arabba führt eine lange Kehrenfolge hinauf zum Pordoi, dem höchsten Pass der Runde. Oben fährt eine Seilbahn auf den Sass Pordoi. Auf der anderen Seite geht es in einer langen Kehrenkette hinunter Richtung Canazei im Fassatal.

Sellajoch (2.218 m). Kurz vor Canazei biegst du ab und kletterst zum Sellajoch hinauf, mit dem Langkofel vor dir. Die Abfahrt nach Gröden schließt die Runde in Wolkenstein.

Am Nachmittag: Giau, Falzarego, Valparola

Für den Nachmittag ist Arabba der beste Ausgangspunkt: Von Wolkenstein bist du über Grödner Joch und Campolongo in einer knappen Stunde wieder dort. Von Arabba führt die Straße über Pieve di Livinallongo und Colle Santa Lucia hinauf zum Passo Giau. Er ist steil, schmal und hat jede Menge Kehren, oben öffnet sich der Blick auf die Cinque Torri und die Tofana. Auf der Ostseite geht es hinunter Richtung Cortina d'Ampezzo.

Kurz vor Cortina zweigst du auf den Passo Falzarego ab, von dort führt der Valparola hinunter ins Gadertal nach St. Kassian und zurück nach Corvara. Zusammen mit der Sellaronda ergibt das einen langen, aber unvergesslichen Tag. Wer weniger fahren will, teilt ihn auf zwei Tage auf.

Weitere Pässe für die nächsten Tage

  • Fedaia und Marmolada: Vom Fassatal über den Fedaiapass am Fuß der Marmolada, des höchsten Bergs der Dolomiten.
  • Karerpass: Von Bozen oder dem Eggental zum Karersee, mit dem Rosengarten und dem Latemar.
  • Würzjoch: Eng, ruhig und mit Blick auf den Peitlerkofel, zwischen Gadertal und Villnöß.
  • Drei Zinnen: Die Mautstraße zur Auronzohütte bei Misurina, mit dem berühmtesten Blick der Dolomiten.

Sperrungen und Regeln

Die Dolomitenpässe stehen unter Druck: Zu viel Verkehr, zu viel Lärm. Deshalb gibt es immer wieder Sperrtage und Pläne für Beschränkungen. Einige Pässe sind an einzelnen Tagen im Sommer für motorisierten Verkehr gesperrt, etwa beim Sellaronda Bike Day oder an festen Wochentagen am Vormittag. Für das Grödner Joch und die anderen Sellapässe werden Zugangsregeln geplant und diskutiert. Prüf die aktuellen Regeln vor der Abfahrt bei den Gemeinden, beim Tourismusverband Gröden oder Alta Badia und bei der Provinz Bozen.

  • Lärm: In Südtirol wird verstärkt gemessen und kontrolliert. Ein lauter Auspuff kann teuer werden.
  • Überholen: Durchgezogene Linien gelten auch für Motorräder, und die italienische Polizei kontrolliert auf den Pässen.
  • Verkehr: Reisebusse in den Kehren, Radfahrer am Berg, Wohnmobile auf den Abfahrten. Früh starten hilft.

Wann fahren?

Die hohen Pässe sind meist von Mitte Juni bis Ende September zuverlässig schneefrei, einige auch länger. Juli und August sind voll, besonders an Wochenenden und in der zweiten Augusthälfte. Ende Juni und der September sind die besten Zeiten: lange Tage, freie Straßen und Hotels, die nicht ausgebucht sind. Auf über 2.000 Metern kann es auch im Sommer kalt und nass werden, und Gewitter am Nachmittag sind häufig.

Kombinieren

Von Lienz in Osttirol ist es über das Pustertal nicht weit zum Großglockner, beides zusammen ist eine perfekte Alpenwoche. Wer weiter nach Westen will, fährt über Bozen und Meran zum Stilfser Joch. Und für die Rückfahrt bietet sich ein Halt am Gardasee an, siehe die Motorradhotels in Norditalien und am Gardasee.

Für wen ist die Tour?

Die Dolomiten sind kein Einsteigerrevier, aber auch keine Strecke nur für Profis. Die Sellapässe sind gut ausgebaut, mit vielen Kehren, aber meist breit genug. Der Giau ist steiler und schmaler, und in den Kehren ist voller Lenkeinschlag gefragt. Wer zum ersten Mal in den Alpen fährt, sollte vorher am Großglockner oder auf der Deutschen Alpenstraße üben. Mit Sozius und Gepäck ist alles fahrbar, aber anstrengender.

Wie viele Tage?

Für die Dolomiten solltest du mindestens drei Tage vor Ort einplanen, besser eine Woche. Tag 1: Die Sellaronda am Morgen, am Nachmittag Giau, Falzarego und Valparola. Tag 2: Fedaiapass, Karerpass und die Straßen rund um den Rosengarten. Tag 3: Würzjoch, Villnöß und die Drei Zinnen. Wer länger bleibt, hängt das Stilfser Joch oder den Gardasee an.

Fahren in Italien: das Wichtigste

  • Maut: Italienische Autobahnen sind mautpflichtig, du bezahlst an der Ausfahrt.
  • Tempolimits: Auf Landstraßen und in Orten wird kontrolliert, auch mit festen Anlagen. Die Strafen sind hoch und werden auch nach Deutschland nachgeschickt.
  • Licht: Für Motorräder gilt in Italien Lichtpflicht auch am Tag.
  • Notruf: Die europäische Notrufnummer 112 gilt auch in Italien.

Übernachten in den Dolomiten

Gröden mit Wolkenstein und St. Ulrich, das Gadertal mit Corvara und St. Kassian und Arabba sind die klassischen Standorte direkt an der Sellaronda. Viele Häuser haben Garagen, Trockenräume und ein frühes Frühstück, damit du vor den Bussen am Pass bist. Alle Unterkünfte mit Karte findest du bei den Motorradhotels in den Dolomiten.

Unterkünfte an der Strecke

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