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Enchanting view of a forest with wildflowers in Braunlage, Germany.Photo: Tim Diercks / Pexels / Pexels License

Deutschland — Harz

Motorradtour Harz: die große Runde über Okertal, Torfhaus und Bodetal

rund 240 kmMittel

Höhepunkte

  • B498 durchs Okertal: Kurven am Fluss, Felsen und die Staumauer der Okertalsperre
  • Torfhaus auf rund 800 m, Bikertreff mit Blick auf den Brocken
  • Serpentinen von Thale hinauf zum Hexentanzplatz
  • Bodetal bei Treseburg und Altenbrak, eng und kurvig
  • Rappbode-Talsperre mit der höchsten Staumauer Deutschlands

Für alle, die zwischen Hamburg, Hannover, Magdeburg und Berlin wohnen, ist der Harz das Hausrevier. Das nächste richtige Mittelgebirge liegt sonst Stunden entfernt, also landen hier im Frühjahr gefühlt alle Motorräder Norddeutschlands auf einmal. Zu Recht: Auf engem Raum findest du Flusstäler, ein Hochplateau mit Moor und Fichten, steile Serpentinen und zwei Altstädte, die zum Weltkulturerbe gehören. Die Runde hier ist rund 240 Kilometer lang und lässt sich an einem Tag fahren. Wer zwei oder drei Nächte bleibt, fährt sie in Etappen und hat Zeit für die Abstecher.

Der richtige Standort

Der Harz misst von West nach Ost etwa 100 Kilometer, von Nord nach Süd rund 40. Du musst also nicht jeden Abend umziehen, sondern suchst dir ein Quartier und fährst sternförmig. Von der A7 kommend ist Goslar oder Bad Harzburg am bequemsten. Aus Richtung Berlin, Leipzig oder Magdeburg passen Wernigerode und Thale besser. Mittendrin auf dem Plateau liegt Braunlage, von dort sind alle Ecken in einer halben Stunde erreichbar. Eine Übersicht mit Garage, Trockenraum und Schrauberecke findest du bei unseren Motorradhotels im Harz.

Die Runde Schritt für Schritt

Goslar, Okertal, Altenau (gut 20 km). Aus Goslar geht es über Oker auf die B498. Das Okertal ist das Aushängeschild des Westharzes: Der Fluss hat sich tief in den Granit gegraben, die Straße folgt ihm in einer Kette aus Links-rechts-Kombinationen, bevor sie an der Staumauer der Okertalsperre vorbei nach oben steigt. Der Belag ist meist gut, ein paar Kurven sind aber enger, als sie aussehen. Am Wochenende ist hier ab dem späten Vormittag viel los, also lieber früh starten.

Altenau, Torfhaus, Braunlage (gut 20 km). Von Altenau kletterst du hinauf zur B4. Torfhaus liegt auf rund 800 Metern, offenes Gelände, und vor dir steht der Brocken. Der Parkplatz ist an sonnigen Tagen einer der großen Bikertreffs im Norden. Auf den Brocken selbst kommst du mit dem Motorrad nicht, die Gipfelstraße ist für den privaten Verkehr gesperrt. Wer hinauf will, läuft oder nimmt die Brockenbahn ab Wernigerode, Drei Annen Hohne oder Schierke. Nach Süden ist die B4 bis Braunlage schnell und übersichtlich.

Braunlage, Elend, Schierke, Wernigerode (rund 30 km). Hinter Braunlage wird es kleiner und waldiger. Über Elend und Schierke geht es nach Drei Annen Hohne und dann bergab nach Wernigerode. Im Schatten bleibt es lange feucht, und Holzlaster sind hier keine Seltenheit. Wernigerode mit Schloss und Fachwerkrathaus ist der erste gute Kaffeestopp.

Wernigerode, Blankenburg, Thale (rund 35 km). Am Nordrand entlang fährst du über Blankenburg nach Thale. Hier beginnt der schönste Kurzanstieg der Runde: die Straße hinauf zum Hexentanzplatz, eine Folge enger Kehren durch Buchenwald bis auf das Plateau über dem Bodetal. Gegenüber auf der anderen Talseite liegt die Rosstrappe. Wer Mittag machen will, rollt die zehn Minuten nach Quedlinburg und setzt sich auf den Marktplatz.

Treseburg, Altenbrak, Rappbode-Talsperre (rund 30 km). Vom Hexentanzplatz geht es hinunter nach Treseburg und dann flussaufwärts durch Altenbrak. Dieser Abschnitt ist eng, kurvig und unter der Woche fast leer, für viele das Beste am ganzen Harz. Am Ende erreichst du die Rappbode-Talsperre. Ihre Staumauer ist mit gut 100 Metern die höchste in Deutschland, daneben spannt sich die Hängebrücke Titan-RT über das Tal.

Hasselfelde, Benneckenstein, zurück nach Goslar (rund 100 km). Über Hasselfelde und Benneckenstein geht es zurück auf die Hochfläche, weiter über Sankt Andreasberg und dann nach Norden über Clausthal-Zellerfeld nach Goslar. Wer noch Lust hat, hängt die Talsperren im Südwesten an: Söse- und Odertalsperre liegen nur einen kleinen Umweg entfernt und haben ruhige, schwungvolle Straßen an ihren Ufern.

Was du über die Straßen wissen solltest

  • Waldsterben und Forstverkehr: Große Teile der Fichtenwälder sind abgestorben und werden geräumt. An Holzabfuhrwegen liegt oft Schlamm oder Rinde auf der Fahrbahn, gerade nach Regen.
  • Kontrollen: Die beliebten Strecken, allen voran das Okertal und die B4 bei Torfhaus, werden regelmäßig kontrolliert, auch mit festen Blitzern. Die Tempolimits wechseln oft.
  • Unfallschwerpunkte: Auf den bekannten Bikerstrecken passieren jedes Jahr schwere Unfälle, oft in Kurven, die zu schnell angefahren werden. Fahr die erste Runde ruhig und lern die Strecke kennen.
  • Lärm: In den Orten am Rand der Strecken ist der Ärger über laute Motorräder groß. Leise fahren hilft allen, die nach dir kommen.
  • Sperrungen: Einzelne Strecken können für Motorräder befristet gesperrt oder tempobeschränkt werden. Achte auf die Beschilderung und schau vor der Tour bei den Landkreisen Goslar und Harz nach.

Wann fahren?

Die Saison läuft von Mai bis Oktober. Im Mai und Juni sind die Tage lang und der Wald frisch grün, im September und Anfang Oktober leuchtet das Laub und die Straßen werden ruhiger. Auf dem Plateau rund um Torfhaus und Braunlage ist es oft fünf bis acht Grad kälter als in Goslar, Schnee kann dort bis in den April liegen und ab November wieder fallen. Morgens hängt im Frühjahr und Herbst gern Nebel über der Hochfläche. Wenn es irgendwie geht, fahr unter der Woche: Dann hast du das Bodetal fast für dich.

Abstecher und Verlängerungen

  • Selketal: Von Harzgerode über Alexisbad nach Mägdesprung, ruhige Kurven im Ostharz.
  • Kyffhäuser: Südlich des Harzes, gut eine Stunde von Thale. Die Kyffhäuserstraße mit ihren vielen Kehren ist ein Klassiker und wird stark kontrolliert.
  • Weiter nach Westen: Der Harz lässt sich gut mit dem Sauerland verbinden, etwa drei Stunden westlich. Nach Süden ist der Thüringer Wald gut zwei Stunden entfernt.

Anreise in den Harz

Aus Hamburg und Hannover führt die A7 direkt an den Westrand, Abfahrt Rhüden oder Seesen, und in einer halben Stunde bist du in Goslar. Wer die Autobahn meiden will, fährt ab Hannover über Hildesheim und Salzgitter auf Bundesstraßen. Aus Berlin geht es über Magdeburg und Halberstadt nach Wernigerode, aus Leipzig über Halle und Sangerhausen in den Südharz. Aus dem Ruhrgebiet ist der Harz ein langer Tag, der sich lohnt, wenn du unterwegs im Sauerland oder im Weserbergland übernachtest.

Zwei Tage statt einem

Die große Runde an einem Tag ist machbar, aber dann fährst du an vielem vorbei. Besser ist eine Teilung in West und Ost. Tag 1, Westharz: Okertal, Torfhaus, Braunlage, dann über Sankt Andreasberg zur Odertalsperre und über Osterode und die Sösetalsperre zurück. Das sind rund 130 Kilometer mit vielen Kurven und wenig Ortschaften. Tag 2, Ostharz: Wernigerode, Blankenburg, Thale mit Hexentanzplatz, Bodetal, Rappbode-Talsperre und zurück über Hasselfelde, dazu Quedlinburg als Mittagspause. Auch rund 130 Kilometer, mit mehr Kultur und den engsten Abschnitten.

Für wen ist die Tour?

Der Harz ist ein gutes Revier für alle Erfahrungsstufen. Das Okertal und die B4 sind breit genug für Einsteiger, das Bodetal und die Auffahrt zum Hexentanzplatz verlangen etwas mehr Übung im Umgang mit engen Kurven. Mit Sozius und Gepäck ist alles fahrbar, nur auf den kleinen Forstverbindungen rund um Schierke solltest du langsam machen. Gruppen fahren am besten unter der Woche, weil die bekannten Parkplätze am Wochenende voll sind.

Gut zu wissen

  • Pausen: Torfhaus, der Marktplatz in Wernigerode, der Hexentanzplatz und Quedlinburg sind die klassischen Stopps.
  • Tanken: In Goslar, Braunlage, Wernigerode und Thale problemlos, auf dem Plateau sind Tankstellen selten.
  • Kleidung: Wegen des Temperaturunterschieds zwischen Tal und Hochfläche lohnt sich eine Zwischenschicht, auch im Sommer.

Übernachten im Harz

Im Harz gibt es viele Häuser, die sich auf Motorradfahrer eingestellt haben: Garage oder überdachter Stellplatz, Trockenraum für nasse Kombis, ein frühes Frühstück. Für die Westharz-Strecken passt Goslar oder Bad Harzburg, für den Ostharz Wernigerode oder Thale, für alles dazwischen Braunlage. Alle Unterkünfte findest du bei den Motorradhotels im Harz. Weitere Ziele in Deutschland zeigt unsere Liste der schönsten Motorradstrecken Deutschlands.

Unterkünfte an der Strecke

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