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A man in black leather gear prepares for a motorcycle journey in a forest setting, embodying adventure and freedom.Photo: Antoni Shkraba Studio / Pexels / Pexels License

Belgien — Ardennen

Motorradtour Ardennen: Ourthe, Amblève, Hohes Venn und die alte Rennstrecke von Francorchamps

rund 200 kmLeicht

Höhepunkte

  • La Roche-en-Ardenne in einer engen Schleife der Ourthe
  • Die öffentlichen Straßen der alten Rennstrecke zwischen Francorchamps, Malmedy und Stavelot
  • Das Signal de Botrange (694 m) auf dem Hohen Venn, der höchste Punkt Belgiens
  • Das Tal der Amblève mit dem Wasserfall von Coo
  • Durbuy und das Ourthetal auf dem Heimweg

Die Ardennen sind die Fortsetzung der Eifel jenseits der Grenze, und für Fahrer aus dem Rheinland und dem Ruhrgebiet liegen sie näher als manches deutsche Mittelgebirge. Hoch sind sie nicht. Aber tiefe Flusstäler schneiden sich in eine bewaldete Hochfläche, und so wechseln sich auf jeder Strecke Anstieg, Abfahrt und Flussufer ab. Dazu kommen kleine Städte mit Burgruinen, belgische Fritten an jeder Ecke und ein Stück Motorsportgeschichte, das du auf öffentlichen Straßen nachfahren kannst.

Diese Runde von rund 200 Kilometern startet in La Roche-en-Ardenne, führt über Houffalize und Stavelot zur alten Rennstrecke von Francorchamps, hinauf aufs Hohe Venn und an Amblève und Ourthe entlang zurück. Ein voller, aber entspannter Tag.

Anreise und Standort

Von Aachen bist du über Eupen oder über die A27 und St. Vith in einer Stunde mitten in den Ardennen. Aus der Eifel führen viele kleine Grenzübergänge hinüber, oft merkst du die Grenze nur an den Ortsschildern. In Belgien kosten die Autobahnen für Motorräder keine Maut, für die Runde selbst brauchst du sie aber nicht. Gute Standorte sind La Roche-en-Ardenne, Durbuy, Stavelot und Malmedy. Rund um Eupen und St. Vith ist Deutsch Amtssprache, das macht die Hotelsuche im Osten leicht.

Die Runde

La Roche nach Houffalize (rund 25 km). La Roche liegt in einer engen Schleife der Ourthe unter einer Burgruine. Du kletterst aus dem Tal und fährst über die Hochfläche nach Osten bis Houffalize, ein weiteres Städtchen in einem steilen Flusstal. Wer mag, macht einen Abstecher nach Bastogne mit dem Mardasson-Denkmal für die Ardennenoffensive, rund 20 Minuten südlich.

Houffalize über Vielsalm nach Stavelot (rund 45 km). Nach Nordosten geht es über Felder und Wald nach Vielsalm und hinunter nach Stavelot an der Amblève, mit seiner alten Abtei und einer hübschen Altstadt. Die Straßen sind hier eher weit geschwungen als eng, ideal zum Rollen im vierten Gang.

Die alte Strecke von Francorchamps (rund 20 km). Von Stavelot fährst du hinauf nach Francorchamps. Die moderne Rennstrecke ist nur an Trackdays offen, aber der alte, lange Kurs verlief auf öffentlichen Straßen zwischen Francorchamps, Malmedy und Stavelot, und einen guten Teil davon kannst du heute noch fahren. Halte dich an die Tempolimits: Es sind normale Straßen mit Orten, Kreuzungen und regelmäßigen Kontrollen, und gerade hier steht die Polizei gern.

Malmedy und das Hohe Venn (rund 30 km). Von Malmedy steigst du hinauf aufs Hohe Venn, eine weite Moor- und Heidelandschaft auf dem Plateau. Am Signal de Botrange erreichst du mit 694 Metern den höchsten Punkt Belgiens. Hier oben ist es oft neblig und mehrere Grad kühler als im Tal, auch im Sommer gehört eine warme Schicht ins Gepäck.

Durch das Tal der Amblève nach Durbuy (rund 50 km). Zurück in Stavelot folgst du der Amblève flussabwärts, vorbei am Wasserfall von Coo, Richtung Aywaille. Das sind einige der schönsten Flussstraßen der Ardennen: der Fluss dicht neben dir, Felsen und Wald auf der anderen Seite. Dann biegst du nach Südwesten ab nach Durbuy, das sich gern die kleinste Stadt der Welt nennt. Die Gassen sind eng und an Wochenenden voller Besucher, park also am Rand und geh die paar Schritte zu Fuß.

Durbuy nach La Roche (rund 30 km). Den Abschluss bildet die Ourthe flussaufwärts über Hotton zurück nach La Roche, fast die ganze Zeit mit dem Fluss an deiner Seite.

Verlängerung: das Tal der Semois

Mit einem zweiten Tag fährst du nach Süden nach Bouillon mit seiner mächtigen Burg und folgst der Semois, die in tiefen, bewaldeten Schleifen Richtung französische Grenze mäandert. Die Aussichtspunkte über dem Fluss bei Rochehaut gehören zu den schönsten der Ardennen. Dieser Teil ist noch ruhiger als der Osten, und die Straßen sind schmal und verwinkelt.

Was du über die Straßen wissen solltest

  • Belag: Die Hauptstraßen sind meist gut, die kleinen Talstraßen dagegen oft geflickt, schmal und im Schatten feucht.
  • Landwirtschaft: Traktoren tragen Erde auf die Fahrbahn, besonders im Herbst. Nach Regen ist das rutschig.
  • Kontrollen: An Wochenenden sind viele Fahrer aus Belgien, den Niederlanden und Deutschland unterwegs, und rund um Francorchamps und in den beliebten Tälern wird oft geblitzt.
  • Regeln: In Belgien gelten eigene Tempolimits, die sich zwischen Wallonien und Flandern unterscheiden können. Prüf die aktuellen Regeln vor der Fahrt beim ADAC oder bei den belgischen Behörden.

Wann fahren?

Von April bis Oktober. Im Frühjahr sind die Täler grün und leer, im Herbst färben sich die Wälder, und das ist vielleicht die schönste Zeit. Sommerwochenenden und Rennwochenenden in Spa-Francorchamps sind am vollsten. Wenn du nicht wegen der Rennen kommst, schau vor der Buchung in den Rennkalender, sonst sind die Hotels rund um Malmedy und Stavelot ausgebucht.

Für wen ist die Tour?

Für alle, auch für Einsteiger. Es gibt keine Pässe und keine extremen Kehren, nur viele Kurven, Flussufer und kurze Anstiege. Die Runde eignet sich gut für das erste Wochenende der Saison oder als Abschluss im Herbst. Mit Sozius und Gepäck ist sie ein Genuss.

Wie viele Tage?

Die Runde passt in einen Tag. Schöner ist ein langes Wochenende: Tag 1 die Runde oben, Tag 2 die Semois rund um Bouillon, Tag 3 über St. Vith und die Grenze zurück durch die Eifel. Wer aus dem Rheinland kommt, kann auch am Freitagmittag losfahren und ist am Nachmittag schon in La Roche.

Gut zu wissen

  • Tanken: In den Städten kein Problem, auf dem Hohen Venn und in den kleinen Tälern seltener. Vor der Runde in La Roche voll machen.
  • Essen: Fritten, Ardenner Schinken, Wild im Herbst und eine große Auswahl an belgischen Bieren. Für dich gibt es in jedem Café auch Alkoholfreies.
  • Pausen: La Roche, Stavelot, der Wasserfall von Coo, das Signal de Botrange und Durbuy.

Kombinieren

Die Eifel und der Nürburgring liegen von Malmedy aus weniger als eine Stunde östlich, siehe unsere Motorradtour durch die Eifel. Nach Süden geht es über Clervaux in die luxemburgischen Ardennen und das Müllerthal, und über Trier erreichst du die Mosel. Mehr zu Regeln und Regionen steht im Motorradurlaub in den Niederlanden und Belgien.

Übernachten in den Ardennen

La Roche-en-Ardenne, Durbuy, Stavelot, Malmedy und Bouillon sind gute Standorte. Für diese Runde ist La Roche ideal, für die Semois Bouillon. Eine Übersicht findest du bei den Motorradhotels in den Ardennen, für die deutsche Seite bei den Motorradhotels in der Eifel.

Unterkünfte an der Strecke

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