Skip to main content
Experience the thrill of riding a motorcycle down a forested country road on a sunny day.Photo: K / Pexels / Pexels License

Deutschland — Fränkische Schweiz

Motorradtour Fränkische Schweiz: Wiesenttal, Pottenstein und Gößweinstein

rund 180 kmMittel

Höhepunkte

  • Das Wiesenttal auf der B470 von Ebermannstadt nach Behringersmühle
  • Tüchersfeld zwischen den Felstürmen und Pottenstein unter seiner Burg
  • Gößweinstein mit Basilika und Burg über dem Tal
  • Rabenstein und das Ailsbachtal
  • Das Kleinziegenfelder Tal, eine der ruhigsten Ecken Frankens

Die Fränkische Schweiz liegt im Dreieck zwischen Bamberg, Bayreuth und Nürnberg. Ihren Namen bekam sie von Reisenden im 19. Jahrhundert, denen die Felstürme und engen Täler wie Alpen im Kleinformat vorkamen. Fürs Motorrad heißt das: kurze, kurvige Talstraßen, eine Burg auf fast jedem Felsen, Höhlen in den Wänden und mehr kleine Dorfbrauereien als irgendwo sonst. Für große Distanzen und hohes Tempo ist die Region nicht gemacht. Sie ist gemacht für einen gemütlichen Kurventag und einen langen Abend im Bierkeller, wenn das Motorrad schon steht.

Anreise und Standort

Die A9 von München nach Berlin läuft am Ostrand der Region entlang, die A73 von Nürnberg nach Bamberg am Westrand. Aus dem Norden kommst du über die A9 oder die A73 aus Richtung Coburg. Pottenstein in der Mitte ist der beliebteste Standort und ein bekannter Treffpunkt für Motorradfahrer. Gößweinstein, Muggendorf und Ebermannstadt sind gute Alternativen, und wer abends eine Stadt will, wohnt in Bamberg oder Bayreuth, beide keine Stunde entfernt.

Die Runde

Forchheim nach Ebermannstadt (rund 15 km). Du startest in Forchheim am Westrand und fährst nach Osten ins Tal der Wiesent. Unterwegs siehst du bei Kirchehrenbach das Walberla, einen Tafelberg am Rand der Hochfläche.

Das Wiesenttal auf der B470 (rund 30 km). Ab Ebermannstadt folgt die B470 der Wiesent flussaufwärts über Streitberg und Muggendorf nach Behringersmühle. Das ist die klassische Strecke der Fränkischen Schweiz: Das Tal ist eng, die Straße schwingt mit dem Fluss, und über dir stehen Kalkfelsen und Burgruinen. Bei Streitberg liegt mit der Binghöhle eine von mehreren Schauhöhlen. Die Straße ist eher flüssig als technisch, an Sommerwochenenden aber voll.

Tüchersfeld und Pottenstein (rund 10 km). Hinter Behringersmühle geht es weiter nach Tüchersfeld, einem Dorf, das zwischen und an Felstürme gebaut ist, mit dem Fränkische-Schweiz-Museum in den alten Gebäuden. Wenige Kilometer weiter liegt Pottenstein tief im Tal unter seiner Burg. Die Teufelshöhle, eine große Schauhöhle, ist gleich vor dem Ort.

Pottenstein nach Gößweinstein (rund 15 km). Aus Pottenstein kletterst du hinauf und fährst hinüber nach Gößweinstein, wo eine große Barockbasilika und eine Burg am Rand der Hochfläche über dem Tal stehen. Die Abfahrt von Gößweinstein hinunter nach Behringersmühle ist ein kurzes, enges Kurvenstück, das man gern zweimal fährt.

Rabenstein und das Ailsbachtal (rund 30 km). Nach Nordosten geht es über Waischenfeld ins Ailsbachtal, wo Burg Rabenstein auf einem Felsen über der Straße steht und die Sophienhöhle ein paar Minuten zu Fuß entfernt liegt. Kleine, ruhige Straßen, schmal und kurvig, durch Wald und an Mühlen vorbei.

Nach Norden ins Kleinziegenfelder Tal und zurück (rund 80 km). Von Waischenfeld fährst du über die Hochfläche nach Hollfeld und weiter Richtung Weismain und ins Kleinziegenfelder Tal. Es ist eine der stillsten und schönsten Ecken der Region, mit einer schmalen Straße am Bach zwischen Felsen und Wald. Zurück geht es über Hollfeld und Aufseß, das für seine Brauereien bekannt ist, nach Ebermannstadt oder Pottenstein.

Brauereien und Bierkeller

Oberfranken hat eine Brauereidichte wie kaum eine andere Gegend der Welt, und viele Dörfer in der Fränkischen Schweiz haben noch ihre eigene. Fast alle haben einen Biergarten oder einen Bierkeller, einen Keller im Hang mit Tischen unter Bäumen, wo es Bier aus dem Ort und eine einfache Brotzeit gibt. Die Regel ist klar: erst fahren, dann trinken, wenn das Motorrad für die Nacht steht. In Deutschland gilt die 0,5-Promille-Grenze, für Fahranfänger und Fahrer unter 21 null Promille.

Was du über die Straßen wissen solltest

  • Belag: Auf den Talstraßen meist gut, auf der Hochfläche geflickt. Kalkstraßen sind bei Nässe rutschig, und die schattigen Talböden bleiben nach Regen lange feucht.
  • Unfälle und Kontrollen: Die Region hat seit Jahren viele Motorradunfälle in den Kurven. Rechne mit Kontrollen auf der B470 und rund um Pottenstein.
  • Sperrungen: Am Nordwestrand ist die B22 am Würgauer Berg zwischen Würgau und Steinfeld an Wochenenden und Feiertagen für Motorräder gesperrt. Prüf vor der Tour beim Landratsamt Bamberg, ob das noch gilt, und achte auch anderswo auf die Schilder.
  • Verkehr: An sonnigen Wochenenden teilen sich Motorräder, Autos und Radfahrer die engen Täler.

Wann fahren?

Von April bis Oktober. Um Ostern sind die Dörfer für ihre geschmückten Osterbrunnen bekannt, und das bringt viele Ausflügler. Im Frühjahr blühen rund um Pretzfeld die Kirschbäume, eines der größten Kirschanbaugebiete Deutschlands. Im September und Oktober färbt sich der Wald, und die Bierkeller machen langsam Winterpause.

Für wen ist die Tour?

Für alle, die es gemütlich mögen. Die Distanzen sind kurz, die Straßen eng, und du hältst öfter an, als du fährst. Für Einsteiger gut geeignet, solange sie in den Talkurven nicht übertreiben. Mit Sozius ideal, denn zu sehen gibt es reichlich. Auch für Gruppen passt die Region gut, solange ihr euch für die Talstraßen etwas auseinanderzieht und an den Orten mit Parkplatz wieder sammelt. Wer zum ersten Mal hier ist, fährt das Wiesenttal am besten zweimal, in jede Richtung einmal.

Ein Tag in der Fränkischen Schweiz

Früh in Forchheim oder Ebermannstadt starten und das Wiesenttal fahren, bevor der Wochenendverkehr kommt. Kaffee in Muggendorf, weiter nach Tüchersfeld und Pottenstein und hinauf nach Gößweinstein zur Aussicht. Mittags in einem Gasthof im Ailsbachtal bei Rabenstein, am Nachmittag die stille Nordschleife Richtung Weismain. Zum Schluss ein Bierkeller in Pottenstein oder Aufseß. Unter der Woche ist das ein entspannter Tag, an einem sonnigen Sonntag brauchst du deutlich länger.

Bamberg und Bayreuth

Die beiden Städte am Rand sind gute Ziele für einen Regentag. Bamberg im Westen hat eine Altstadt auf der Welterbeliste der UNESCO und ist für sein Rauchbier bekannt. Bayreuth im Osten ist die Stadt der Wagner-Festspiele, und auch das Markgräfliche Opernhaus steht auf der Welterbeliste.

Gut zu wissen

  • Höhlen: Teufelshöhle, Binghöhle und Sophienhöhle sind Schauhöhlen mit Führungen. Drinnen ist es auch im Sommer kühl, eine Jacke hast du ja ohnehin dabei.
  • Parken: In Pottenstein, Tüchersfeld und Gößweinstein gibt es Parkplätze, die an Wochenenden schnell voll sind. Motorräder finden meist noch eine Lücke.
  • Tanken: In Ebermannstadt, Forchheim und Pottenstein. Auf der Hochfläche im Norden sind die Tankstellen selten.

Kombinieren und übernachten

Pottenstein und Gößweinstein sind die zentralsten Standorte. Der Thüringer Wald liegt anderthalb Stunden nördlich, der Bayerische Wald ist eine schöne Etappe nach Südosten. Motorradfreundliche Unterkünfte findest du bei den Motorradhotels in Deutschland, und weitere Strecken in unserer Rangliste der Motorradstrecken in Deutschland.

Weitere Motorradtouren

Die schönsten Motorradstrecken in Deutschland →