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Aerial view of a winding road through snow-covered mountains, showcasing the stunning winter landscape.Photo: urtimud.89 / Pexels / Pexels License

Österreich — Arlberg und Bregenzerwald

Arlberg, Flexen und Hochtannberg mit dem Motorrad: die Vorarlberger Pässerunde

rund 190 kmMittel

Höhepunkte

  • Der Arlbergpass (1.793 m) zwischen St. Anton und Stuben
  • Die Flexenstraße nach Zürs und Lech mit ihren offenen Lawinengalerien
  • Der Hochtannbergpass (1.676 m) mit der kurvigen Abfahrt nach Schröcken
  • Die Holzhäuser und Sennereien des Bregenzerwalds rund um Au und Schoppernau
  • Die Faschinastraße über Damüls ins Große Walsertal

Der Arlberg trennt Tirol von Vorarlberg, und die Pässe rund um ihn ergeben eine der besten Tagesrunden im Westen Österreichs. Die Arlbergstraße ist eine breite, schnelle Passstraße. Der Flexen darüber ist kurz und spektakulär, mit Galerien in der Felswand bis hinauf nach Zürs und Lech. Hinter Warth fällt der Hochtannberg in den Bregenzerwald ab, eine ganz andere Welt aus Holzschindelhäusern, Wiesen und Sennereien. Nimm noch die Faschinastraße und das Klostertal dazu, und du hast eine Runde von rund 190 Kilometern, die vier Pässe quert und keinen Meter doppelt fährt.

Für Fahrer aus Süddeutschland liegt die Runde ideal: Vom Bodensee oder aus dem Allgäu bist du in zwei Stunden am Hochtannberg, und du brauchst dafür nicht einmal eine Autobahn.

Anreise und Standort

Aus Baden-Württemberg und vom Bodensee fährst du über Lindau und Bregenz in den Bregenzerwald und steigst in Au in die Runde ein. Aus Bayern kommst du über den Fernpass und Landeck nach St. Anton. Die A14 vom Grenzübergang Hörbranz bis Hohenems ist vignettenfrei, für die meisten anderen Autobahnen und Schnellstraßen brauchst du die Vignette der ASFINAG. Gute Standorte sind St. Anton auf der Tiroler Seite, Lech und Warth oben in der Mitte und Bludenz am Ausgang des Klostertals. Viele Skihotels nehmen im Sommer gern Motorradfahrer auf und haben Tiefgaragen. Wir beschreiben die Runde im Uhrzeigersinn ab St. Anton.

Die Runde

St. Anton über den Arlberg nach Stuben (rund 15 km). Von St. Anton steigt die Straße über St. Christoph zur Passhöhe auf 1.793 Metern, einem weiten, offenen Sattel. Der Durchgangsverkehr nimmt meist den Arlbergtunnel, also ist die Passstraße oft ruhig, mit langen Bögen auf gutem Asphalt. Auf der Westseite geht es in Kehren hinunter nach Stuben, einem winzigen Dorf am Fuß des Flexen.

Über den Flexen nach Zürs und Lech (rund 15 km). Von Stuben klettert die Flexenstraße nach Norden eine steile Bergflanke hinauf, über weite Strecken durch offene Lawinengalerien. Auf der einen Seite Betonpfeiler, auf der anderen der Abgrund und der Blick übers Tal, und dazu das Echo deines Motors. Nimm die Sonnenbrille ab, das Licht wechselt schnell. Über die Passhöhe auf 1.773 Metern erreichst du Zürs, im Sommer ein stilles Skidorf, und rollst durch das obere Lechtal hinunter nach Lech, wo der Fluss mitten durch den Ort fließt.

Lech nach Warth und über den Hochtannberg (rund 25 km). Von Lech folgst du dem Tal nach Nordosten nach Warth, einem hoch gelegenen Dorf an der Abzweigung ins Tiroler Lechtal. Du biegst nach Westen ab und steigst sanft zum Hochtannbergpass auf 1.676 Metern, einem weiten Übergang mit Almen und kleinen Seen. Die Abfahrt nach Schröcken ist das beste Stück des Tages: eine Kette von Kurven einen steilen Hang hinunter, mit kurzen Tunneln und Galerien. Die Tunnel sind dunkel, also vorher das Licht prüfen.

Durch den Bregenzerwald (rund 40 km). Unterhalb von Schröcken läuft die Straße durch das Tal der Bregenzerach über Schoppernau nach Au. Breite grüne Täler, Bauernhäuser mit Holzschindeln und Käsereien am Straßenrand: Das ist der Bregenzerwald. In Au kannst du für einen Kaffee nach Bezau weiterfahren oder gleich nach Süden zum nächsten Pass abbiegen.

Über Faschina ins Große Walsertal (rund 35 km). Von Au steigt die Straße nach Süden über Damüls, ein hoch gelegenes Skidorf, und über das Faschinajoch. Sie ist schmaler und ruhiger als die Arlbergpässe, mit engen Kurven und weiten Blicken. Auf der anderen Seite tauchst du ins Große Walsertal ein, ein tiefes, steiles Tal, und folgst ihm über Sonntag und Thüringerberg hinunter in den Walgau bei Bludenz.

Durch das Klostertal zurück nach St. Anton (rund 60 km). Von Bludenz fährst du auf der alten Arlbergstraße nach Osten durch Dalaas und Klösterle nach Stuben. Die Talstraße ist breit und schnell, Autobahn und Bahn laufen nebenher. Der Anstieg von Klösterle über Stuben zur Passhöhe ist ein schönes Finale, bevor du nach St. Anton hinunterrollst.

Varianten und wichtige Hinweise

Von Warth führt die B198 durch das Lechtal nach Reutte. Die Straße ist schön, aber in der Saison gilt dort und auf weiteren Straßen im Bezirk Reutte, darunter das Hahntennjoch, ein Fahrverbot für Motorräder mit einem eingetragenen Standgeräusch über 95 dB(A). Prüf deine Zulassung und die Seite des Landes Tirol, bevor du die Variante planst. Die Silvretta-Hochalpenstraße wird oft mit dem Arlberg kombiniert, ist auf der Vorarlberger Seite nach Felsstürzen aber gesperrt. Frag beim Betreiber Illwerke vkw nach dem aktuellen Stand, bevor du einen Silvretta-Tag einplanst.

Maut und Regeln

  • Pässe: Alle Passstraßen dieser Runde sind mautfrei.
  • Tunnel und Autobahn: Der Arlbergtunnel kostet eigene Maut, Autobahnen und Schnellstraßen brauchen die Vignette. Österreich stellt auf eine rein digitale Vignette um, kauf sie direkt bei der ASFINAG. Über die Pässe vermeidest du beides.
  • Tempo: In den Orten und auf einigen Pässen stehen Blitzer, und es wird kontrolliert.

Wann fahren?

Der Arlbergpass wird ganzjährig offen gehalten, Flexen und die Straße nach Lech wegen der Skiorte ebenfalls, sie können aber bei Lawinengefahr schließen. Hochtannberg und Faschina können bei starkem Schnee gesperrt sein. Zum Motorradfahren ist das verlässliche Fenster Juni bis Ende September, am schönsten Ende Juni und im September. Pack Regenzeug ein: Der Bregenzerwald ist nicht ohne Grund so grün. Prüf vor der Fahrt die Straßeninfos von Vorarlberg und Tirol.

Für wen ist die Tour?

Für alle mit etwas Passerfahrung. Arlberg und Hochtannberg sind breit und gut ausgebaut, der Flexen verlangt wegen der Galerien Aufmerksamkeit, und die Faschina ist schmal und kurvig. Mit Sozius und Gepäck ist alles fahrbar.

Gut zu wissen

  • Tanken: In St. Anton, Lech, Warth, Au und Bludenz. Auf den Pässen selbst gibt es keine Tankstelle.
  • Gefahren: In Galerien und Tunneln sammeln sich Schmutz und Wasser, und sie sind auch an hellen Tagen dunkel. Auf den Almen stehen Kühe am Straßenrand, im Bregenzerwald sind Traktoren und Milchlaster unterwegs.
  • Pausen: Die Passhöhe am Arlberg, Lech, die Käsereien im Bregenzerwald und Damüls.

Kombinieren

Nördlich der Grenze liegen die Allgäuer Pässe, siehe unsere Motorradtour durch das Allgäu. Von St. Anton bist du in gut einer Stunde am Eingang des Ötztals, dem Startpunkt für das Timmelsjoch, und über den Reschen erreichst du das Stilfser Joch. Mehr zu Vignette, Maut und Lärmfahrverboten im Motorradurlaub in Österreich.

Übernachten

St. Anton, Lech, Warth und die Dörfer im Bregenzerwald passen alle zur Runde. Eine Übersicht findest du bei den Motorradhotels in Tirol.

Unterkünfte an der Strecke

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