Packliste für die Motorradreise: was wirklich mit muss und was zu Hause bleibt
Auf dem Motorrad ist Platz knapp, und jedes Kilo spürst du in jeder Kehre. Die beste Packliste ist deshalb kurz. Hier ist, was sich über viele Reisen bewährt hat, und was du getrost zu Hause lassen kannst.
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Papiere und Geld
- Führerschein, Ausweis, Zulassungsbescheinigung Teil I
- Grüne Karte, Schutzbrief-Nummer, Europäischer Unfallbericht
- Zwei Zahlungskarten von verschiedenen Banken, etwas Bargeld in Euro (und in Franken oder Kronen, je nach Ziel)
- Fotos aller Dokumente auf dem Handy und in einer Cloud
Prüf vorher, welche Vignetten und Plaketten dein Reiseland verlangt. Die Übersicht nach Land findest du unter Motorradurlaub im Ausland. Für Frankreich gehören Reflektoren am Helm und eine Warnweste zur Pflicht, mehr dazu auf der Seite Frankreich.
Schutzkleidung
- Helm mit klarem Visier, dazu ein getöntes Visier oder eine Sonnenbrille, die unter den Helm passt
- Jacke und Hose mit herausnehmbarem Futter oder eine Membran, die zur Reisezeit passt
- Zwei Paar Handschuhe: ein dünnes für warme Tage, ein wasserdichtes oder gefüttertes für Regen und Pässe
- Stiefel, eingelaufen, nicht neu
- Regenkombi oder Regenjacke und -hose, auch wenn die Kleidung „wasserdicht“ ist
- Halstuch oder Schlauchschal, dünne Funktionsunterwäsche als warme Schicht
Auf einem Alpenpass ist es oft 15 Grad kälter als im Tal. Eine dünne Daunen- oder Fleecejacke unter der Motorradjacke wiegt fast nichts und rettet den Tag. Mehr zu nassen Tagen steht im Ratgeber Regenfahrt und Ausrüstung trocknen.
Kleidung für eine Woche
Pack für drei bis vier Tage und wasch unterwegs. Funktionswäsche trocknet über Nacht im Hotelzimmer.
- 3 Funktionsshirts, 3 Unterhosen, 3 Paar Motorradsocken
- 1 leichte Hose und 1 Shirt für den Abend, 1 Pullover oder Fleece
- Leichte Schuhe für den Abend, die flach zusammengehen
- Kleine Kulturtasche, Sonnencreme, Lippenpflege, Ohrstöpsel
- Waschmittel in der Tube oder ein Stück Seife
Werkzeug und Pannenset
- Bordwerkzeug, ergänzt um die Schlüssel, die du für Spiegel, Hebel und Kettenspannung brauchst
- Reifenreparaturset passend zu deinen Reifen (schlauchlos oder mit Schlauch) und ein kleiner Kompressor oder CO₂-Kartuschen
- Kabelbinder, Panzertape, ein Stück Draht
- Kettenspray für eine lange Reise, wenn dein Motorrad eine Kette hat
- Ersatzsicherungen, Ersatzbirnen, falls dein Motorrad keine LEDs hat
- Kleines Erste-Hilfe-Set und eine Warnweste
- Bremshebel und Kupplungshebel als Ersatz, wenn du abseits fährst
Elektronik
- Navi oder Handy mit Halterung und Ladekabel am Motorrad
- Offline-Karten für Gebiete ohne Netz, etwa die norwegischen Fjorde
- Powerbank, Mehrfachladegerät, ein Ladekabel pro Gerät
- Gegensprechanlage, wenn ihr zu zweit oder in der Gruppe fahrt
In der Schweiz sind Blitzerwarner verboten. Schalte die Warnfunktion im Navi vor der Grenze ab. Details auf der Seite Schweiz.
Richtig packen
Schweres gehört nach unten und nach vorn: in die Koffer, möglichst nah am Schwerpunkt. Das Topcase ist für Leichtes, Regenzeug und Dinge, die du schnell brauchst. Der Tankrucksack bekommt Papiere, Handy, Sonnenbrille und Snacks. Achte auf die Zuladung deines Motorrads und auf das zulässige Gewicht des Topcase, beides steht in den Fahrzeugpapieren oder der Anleitung.
Pack in wasserdichte Packsäcke oder Müllbeutel, auch in „dichte“ Koffer. Leg dir eine feste Ordnung zu, dann findest du abends im Hotel alles sofort. Und mach die Probefahrt mit vollem Gepäck vor der Reise, nicht am ersten Pass.
Was zu Hause bleiben kann
Ein zweites Paar Abendschuhe, der Laptop, das dicke Buch, die Kamera mit drei Objektiven, Kleidung „für alle Fälle“. Fast alles, was du vergisst, bekommst du unterwegs in jedem Supermarkt. Was du nicht kaufen kannst, sind Papiere, passende Ersatzhebel und gute Handschuhe. Darauf konzentrierst du dich. Wer zu zweit fährt, findet weitere Tipps im Ratgeber Motorradreise mit Sozius.
Gesundheit und Pflege
- Deine regelmäßigen Medikamente für die ganze Reise, plus Schmerzmittel und Pflaster für Blasen
- Sonnencreme mit hohem Schutz: Auf den Pässen verbrennt die Haut am Hals und im Gesicht schnell
- Lippenpflege und Augentropfen gegen den Fahrtwind
- Ohrstöpsel für die Fahrt, denn der Windlärm ermüdet auf langen Etappen mehr, als du denkst
- Insektenschutz für die Abende am See oder Fjord
Was einzelne Länder verlangen
- Frankreich: CE-Handschuhe für Fahrer und Sozius, vier Reflektoren am Helm, Warnweste im Gepäck, Crit’Air-Plakette für Umweltzonen.
- Österreich, Schweiz, Slowenien: Vignette vor der ersten Autobahn kaufen, beim offiziellen Anbieter.
- Schweiz: Blitzerwarnung im Navi vor der Grenze abschalten, etwas Bargeld in Franken.
- Italien: Warnweste griffbereit, Karte für die Mautstellen.
- Norwegen: Kreditkarte für Fähren und Tankautomaten, warme Schichten auch im Juli.
Die Details stehen auf den Länderseiten unter Motorradurlaub im Ausland.
Der letzte Check am Abreisetag
Bevor du losfährst, geh die wichtigsten Punkte noch einmal durch: Papiere und Karten im Tankrucksack, Vignetten gekauft und Kennzeichen geprüft, Navi geladen, Reifendruck für die Beladung eingestellt, Koffer verschlossen, Regenzeug oben. Ein Blick auf die Wettervorhersage für die erste Etappe gehört dazu. Wer das zehn Minuten vor der Abfahrt macht, steht nicht nach 200 Kilometern an der Grenze und sucht den Fahrzeugschein.
Häufige Fragen
Wie viel Gepäck darf auf ein Motorrad?
Das hängt von der zulässigen Zuladung deines Motorrads ab, die in den Fahrzeugpapieren steht. Fahrer, Sozius und Gepäck zählen zusammen. Auch das Topcase hat oft ein eigenes Höchstgewicht.
Was gehört ins Pannenset für eine Motorradreise?
Bordwerkzeug, ein Reifenreparaturset passend zu deinen Reifen mit Kompressor oder CO₂-Kartuschen, Kabelbinder, Panzertape, Ersatzsicherungen, ein Erste-Hilfe-Set und eine Warnweste.
Wie viel Kleidung brauche ich für eine Woche auf dem Motorrad?
Kleidung für drei bis vier Tage reicht. Funktionswäsche lässt sich abends im Hotel waschen und trocknet über Nacht.