Gruppenausfahrt planen: Formation, Zeichen, Tempo und Unterkünfte für die Motorradgruppe
Mit Freunden auf Tour zu gehen ist großartig, solange alle entspannt ankommen. Die meisten Probleme in Motorradgruppen haben die gleichen Ursachen: zu groß, zu schnell, keine Absprachen. Mit einer klaren Rollenverteilung und ein paar Regeln läuft die Ausfahrt ruhig.
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Die richtige Gruppengröße
Vier bis sechs Motorräder sind ideal. Größere Gruppen zerreißt jede Ampel und jeder Überholvorgang, und Unterkünfte mit genug Stellplätzen werden knapp. Bei mehr Leuten teilt ihr euch in Untergruppen mit eigenem Guide und trefft euch zu Pausen und am Abend.
Rollen: Tourguide und Schlussfahrer
- Tourguide vorn: kennt die Strecke, hat das Navi und gibt das Tempo vor, und zwar nach dem langsamsten Fahrer.
- Schlussfahrer hinten: erfahren, mit Warnweste oder auffälliger Jacke, Werkzeug und Telefon. Er bleibt bei jedem, der anhalten muss.
- Unerfahrene direkt hinter dem Guide: Dort ist das Tempo am gleichmäßigsten und der Guide sieht sie im Spiegel.
Formation und Abstand
Auf geraden Straßen fahrt ihr versetzt: der Erste links in der Spur, der Zweite rechts, der Dritte wieder links. So hat jeder genug Bremsweg und Sicht. In Kurven, auf Pässen und auf schmalen Straßen fahrt ihr hintereinander mit großem Abstand, und jeder wählt seine eigene Linie. Nebeneinander in einer Spur zu fahren ist gefährlich und in der Schweiz verboten, siehe Motorradurlaub in der Schweiz.
Die wichtigste Regel: Jeder fährt sein eigenes Tempo. Niemand muss dem Vordermann folgen, wenn es zu schnell wird.
Abbiegen ohne Hektik
Damit niemand an einer Kreuzung verloren geht, hat sich das Eckenmann-System bewährt: Der Fahrer direkt hinter dem Guide bleibt an jeder Abzweigung stehen und zeigt der Gruppe die Richtung, bis der Schlussfahrer kommt. Dann reiht er sich vor dem Schlussfahrer ein. So muss niemand an einer Ampel aufschließen oder bei Rot fahren.
Gebt allen die Route vorab als Datei fürs Navi und einen Treffpunkt für jeden Abschnitt. Wer den Anschluss verliert, fährt allein zum nächsten Treffpunkt.
Zeichen in der Gruppe
Vereinbart vor der Abfahrt ein paar Handzeichen, auch wenn ihr eine Gegensprechanlage habt:
- Hand nach unten, Handfläche zum Boden: langsamer fahren.
- Zeigen auf den Tankdeckel: Tankpause.
- Zeigen auf die Straße links oder rechts: Hindernis oder Schlagloch.
- Hand auf den Helm: Folge mir, ich fahre vor.
- Faust nach oben: Anhalten.
Tour und Tempo planen
Eine Gruppe ist langsamer als ein Fahrer allein. Plan etwa ein Viertel weniger Strecke als für dich allein, mit festen Pausen alle 90 Minuten und einem gemeinsamen Tankstopp, bei dem alle gleichzeitig tanken. Die Tankreichweite des kleinsten Motorrads bestimmt die Stopps.
Gute Reviere für Gruppen haben viele Runden ab einem Standort: die Eifel, der Harz oder das bayerische Alpenvorland. In den Alpen helfen die Ratgeber zu Alpenpässen und Öffnungszeiten und Motorradurlaub planen.
Unterkünfte für Gruppen
Für Gruppen ist die Zahl der Stellplätze der Engpass. Frag vor der Buchung, ob alle Motorräder in der Garage oder unter Dach Platz finden, und reservier Zimmer und Abendessen früh, vor allem an Wochenenden. Für die ganze Gruppe ein Haus statt mehrerer Hotels zu buchen spart abends Wege. Unterkünfte nach Region findest du unter Motorradhotels, die Checkliste im Ratgeber Motorradhotel: worauf achten.
Das Briefing vor dem Start
Fünf Minuten vor der Abfahrt sparen dir Stunden unterwegs. Geht kurz durch: die Route und die Pausen, wer Guide und wer Schlussfahrer ist, die Handzeichen, den Treffpunkt für den Fall, dass jemand den Anschluss verliert, und die Telefonnummern aller Mitfahrer. Prüft, ob alle vollgetankt haben, und klärt, welche Vignetten und Länderregeln auf der Strecke gelten. Die Übersicht findest du unter Motorradurlaub im Ausland.
Wenn etwas passiert
Bei einer Panne hält der Schlussfahrer an, der Rest der Gruppe fährt bis zur nächsten sicheren Stelle und wartet dort. So steht nicht die ganze Gruppe am Straßenrand. Bei einem Unfall gilt: Unfallstelle absichern, Warnwesten an, Notruf 112, Erste Hilfe leisten. Ist ein verletzter Fahrer bewusstlos, muss der Helm ab, damit du die Atemwege freimachen kannst, am besten zu zweit. Ein Erste-Hilfe-Kurs speziell für Motorradfahrer ist für jeden in der Gruppe eine gute Investition.
Der Abend gehört zur Tour
Eine gute Gruppenausfahrt endet nicht am Parkplatz. Plant den Abend mit ein: ein gemeinsames Abendessen, eine kurze Runde, was gut lief und was nicht, und die Route für morgen. So kommen Probleme auf den Tisch, bevor sie auf der Straße zum Streit werden. Und wer am nächsten Tag lieber allein oder eine kürzere Runde fährt, sagt es hier. Auch das gehört zu einer guten Gruppe.
Häufige Fragen
Wie viele Motorräder sollten in einer Gruppe fahren?
Vier bis sechs Motorräder sind ideal. Größere Gruppen teilt ihr am besten in Untergruppen mit eigenem Tourguide.
Wie fährt man in der Motorradgruppe richtig?
Auf geraden Strecken versetzt, in Kurven und auf Pässen hintereinander mit großem Abstand. Jeder fährt sein eigenes Tempo, der Tourguide richtet sich nach dem langsamsten Fahrer.
Was ist das Eckenmann-System?
Der Fahrer hinter dem Tourguide bleibt an jeder Abzweigung stehen und zeigt der Gruppe die Richtung, bis der Schlussfahrer kommt. So geht niemand an Kreuzungen verloren.